Handballerinnen verzücken sich selbst

von Redaktion

Erstmals seit 2008 schaffen die DHB-Frauen wieder den Sprung nach Olympia

Neu-Ulm – Vor dem Start in die Party-Nacht richtete Emily Bölk noch einmal das Wort an ihre Teamkolleginnen – und kämpfte sofort wieder mit den Tränen. „Ich bin so bomben-mega-stolz auf uns alle“, sagte die Kapitänin von Deutschlands Handballerinnen mit dem Sektglas in der Hand.

Erstmals seit 16 Jahren fahren die DHB-Frauen wieder zu Olympia. Was den Spielerinnen um Bölk, Alina Grijseels oder der beim Qualifikationsturnier in Neu-Ulm überragenden Torfrau Katharina Filter die Teilnahme an den Sommerspielen in Frankreich bedeutet, war unübersehbar. Nach dem 28:24 (11:7) gegen Montenegro fiel all der aufgestaute Druck ab. Es kullerten Tränen, manch eine kam zu den Klängen von „Taxi nach Paris“ und „Aux Champs-Elysses“ aus dem Tanzen kaum heraus.

„Jetzt sind wir bei Olympia dabei, jetzt sind wir in einem anderen Fokus“, sagte Bundestrainer Markus Gaugisch. Seit Beginn seiner Amtszeit vor zwei Jahren hatte er auf dieses große Ziel hingearbeitet – mit Erfolg: Sein Team bestand gegen Montenegro und zwei Tage zuvor gegen Slowenien (31:25) nicht nur. Es zeigte dazu die reifsten Auftritte seit vielen Jahren.

Bei der WM hatte nach überzeugenden Leistungen ein Blackout im Viertelfinale gegen Schweden mit 14 torlosen Minuten zu Spielbeginn die Bilanz eines gesamten Turniers noch getrübt. Nun, analysierte Gaugisch, sei Deutschland „auch mental“ näher an die Weltspitze herangerückt – gleichwohl man in Neu-Ulm kein absolutes Weltklasse-Team traf.

Am Dienstag steht in Paris zunächst die Auslosung an. Die Vorrundenspiele finden in Paris, die Finalrunde in Lille statt. Der Verband rief das Viertelfinale als Ziel aus. „Wenn die Mannschaft die Vorrunde übersteht, sieht sie auch eine Chance im Viertelfinale“, sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann.

Bölk gab eine ähnliche Richtung vor. „Wir wollen weiter unseren Weg gehen, die Schritte in die richtige Richtung machen – und dann auch sehr gerne nochmal nach Lille und dann mal sehen, was da so geht“, sagte die Anführerin. Zunächst war am Sonntagabend aber noch eine überschwängliche Feier in Ulm geplant. Gaugisch gab den Party-Befehl: „Wir können was abreißen.“  sid

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