Zurück im Alltag

von Redaktion

Bayerns Basketballer gewinnen den Gipfel in Würzburg und verteidigen Platz eins

VON PATRICK REICHELT

Würzburg – In der Schlussminute rief Pablo Laso angesichts des Würzburger Schluss-Anrennens seine Bayern-Basketballer noch einmal zu einer Auszeit zusammen. Man will ja lieber auf Nummer sicher gehen in diesen Tagen, da sich auch die BBL ihrer entscheidenden Phase nähert. Aber die Sache ging ja gut – mit 90:82 (45:36) setzten sich die Münchner auch beim Überraschungsteam aus dem Frankenland durch. Und sind damit dem angepeilten Hauptrundensieg einen wichtigen Schritt näher gekommen. Laso schnaufte entsprechend tief durch. „Wir wussten, wie schwer es werden würde, hier zu gewinnen und sind deshalb froh, mit dem Sieg nach Hause zu fahren.“

Sieben Mal geht es für die Bayern noch um Punkte. Und nun hat man erst einmal zwei Wochen vor sich, in denen man nur jeweils einmal ran muss (am Sonntag in Heidelberg, eine Woche später gegen Tübingen). Beste Gelegenheit also um Frische und Spritzigkeit zurückzugewinnen nach einem brachialen Programm mit nun 65 Saisonpartien. Auch die lädierten Kräfte dürften sich bis zum Endspurt zurückmelden. Weltmeister Andreas Obst reiste nach Würzburg immerhin schon einmal mit, hielt sich nach gerade überstandenen Oberschenkel-Problemen aber noch raus. Einzig Serge Ibaka konnte nicht – den NBA-Import zwickt das Handgelenk.

Aber eigentlich hatten die Bayern ja auch so alles in der Hand, sich in der Arena mit dem Schulturnhallen-Charme einen nervenschonenden Sonntagabend zu verschaffen. Vor allem in der Defensive zeigten die Münchner die in der Euroleague erprobte Härte.

Doch Würzburg hat – und das ist schon viel der Erklärung für eine famose Saison – einen Mann mit akutem MVP-Verdacht. Otis Livingston nämlich, US-amerikanischer Spielmacher-Wirbelwind. Ein Mann, der 37 der 40 Spielminuten schuftet und doch bis zuletzt die möglichen und auch die unmöglichen Würfe versenkt. 31 Zähler sammelte er.

Bayerns Isaac Bonga ging es in Teilen dann doch zu leicht. „Du musst gegen so ein Team 40 Minuten diszipliniert bleiben“, sagte er, „wir hatten heute Phasen, in denen wir es nicht waren. Da kamen sie wieder zurück.“ Immerhin: Näher als auf sechs Punkte kamen die aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeber den Bayern dann doch nie. Denn wenn es nötig wurde, hatten die ihre Antworten. Vor allem an der Drei-Punkte-Linie klappte es prima – zeitweise lag die Münchner Quote bei bemerkenswerten 50 Prozent. Ganz vorne dran bei Carsen Edwards, der gleich Distanzwürfe versenkte – mit seinen 14 Punkten musste er sich teamintern nur dem argentinischen Spielmacher Leandro Bolmaro geschlagen geben, der es auf zwei Zähler mehr brachte.

„Am Ende haben wir unsere Vorteile gut ausgespielt um zu gewinnen“, sagte Laso. Und das ist es was zählt, denn im Moment sind die Münchner im Rennen um Platz eins ihren schärfsten Verfolgern aus Chemnitz und Berlin nur um gerade eine Niederlage voraus.

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