Mit einem Lächeln Richtung Viertelfinale

von Redaktion

Eishockey-Nationalmannschaft gegen Kasachstan schwungvoll zum dritten WM-Sieg

Es ging gut los: Maksymilian Szuber erarbeitete bereits nach 62 Sekunden die 1:0-Führung. © Imago

Ostrava/München – John-Jason Peterka gönnte sich schon in der 22. Minute ein Lächeln, ein siegesgewisses, als wäre der Abend schon gelaufen. Aber das durfte sich der deutsche Stürmer auch leisten nach dem Tor, das er gerade erzielt hatte: Gestartet außen an der Bande, den Turbo angeworfen, zur Mitte gezogen, durchgeschlängelt durch das Dickicht an kasachischen Gegenspielern. Es war das 3:1 zu Beginn des zweiten Drittels, ein Tor, das eine individuelle Glanzleistung darstellte und wichtig war für den dritten Sieg der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft in ihrem fünften WM-Spiel. Sie gewann 8:2 (2:1, 3:0, 3:1), hat nun neun Punkte und zwei bezwingbare Gegner, Aufsteiger Polen (Samstag, 16.20 Uhr/ProSieben und MagentaSport) und Frankreich am Dienstag noch vor sich. Der Kurs Richtung Viertelfinale ist definitiv eingeschlagen nach der zwischenzeitlichen Leistungsdelle (jeweils 1:6 gegen USA und Schweden).

Am Freitag vor einer Woche hatte das Turnier mit einem 6:4-Sieg gegen die Slowakei begonnen, nun stand bereits das fünfte Match an. Zur Vorbereitung und als Lohn für das 8:1 gegen Lettland am Mittwoch hatte Bundestrainer Harold Kreis einen Tag freigegeben. „Das war das Feedback unseres Athletiktrainers Hendrik Kolbert“, erklärte Kreis, „es geht auch um die mentale Erholung.“ Beim Pre-Game-Skate am Freitagmorgen spürte Kreis „viel mehr Energie“. Außerdem „die Freude am Eishockey“. Und den Vorsatz, „dass wir schnelle Entscheidungen treffen und die Zweikämpfe gewinnen“. Mit dem Flow aus dem Acht-Tore-Spiel gegen Lettland gingen die Deutschen in unveränderter Formation, also auch wieder mit NHL-Mann Philipp Grubauer im Tor, ins Kasachstan-Spiel. Der Gegner ist seit fünf Jahren wieder in der A-Gruppe und auf 18 Positionen identisch mit dem Vereinsteams von Barys Astana, das in der russsichen Kontinental Hockey League (KHL) antritt.

Perfekt der deutsche Einstieg: Abwehrkante Maksymilian Szuber erzielte nach 62 Sekunden das 1:0, Parker Tuomie in der 3. Minute das 2:0, es ging fast schon verdächtig leicht; erst in der 7. Minute konnten die Kasachen ihren ersten Schuss aufs Tor anbringen. „Wir haben da angeschlossen, wo wir aufgehört haben“, sagte Maxi Kastner, als er das erste Drittel bilanzierte. Er war allerdings wachsam genug, auch das zu sehen, was nicht rund lief. „Wir haben dann angefangen, außen rum statt geradlinig zu spielen.“ Kasachstan kam durch seinen Kapitän Roman Starchenko im Powerplay zum Anschlusstreffer.

Der zweite Durchgang ging mit 3:0 an das Team des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), das immer wieder ein intensives Forechecking aufsetzte und in der Offensive die Scheibe laufen ließ. Überzeugend war die Effizienz im Abschluss bei den Treffern von Peterka, Lukas Reichel an seinem 22. Geburtstag (29.) und Lukas Kälble (36.). Es gelang sogar noch ein weiteres Tor, durch Kai Wissmann (30.), doch Kasachstan ließ die Szene in der Aufzeichnung überprüfen, dort wurde ein deutsches Abseits ausgemacht und der Treffer nicht anerkannt. Die Kasachen hatten durchaus ihre Momente und eine starke Phase mit drei Alutreffern (23. – bis 28. Minute). Doch die Deutschen behielten letztlich ihre defensive Ordnung: Maksy Szuber: „Jeder hat einen festen Plan. Da gibt’s kein zweites Denken.“ Reichel machte noch das 6:1, Tiffels das 7:2, Kastner das achte. GÜNTER KLEIN

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