Vier-Punkte-Plan für den neuen Trainer

von Redaktion

Kompany Favorit, Pochettino auf dem Markt: Für „Mister X“ gibt es viel zu tun bei Bayern

Kann anpacken: Vincent Kompany steht für den dominanten Fußball, den Bayern wieder spielen will. © IMAGO

München – Fast alles muss besser werden. Mit Blick auf Bayerns verbleibende Trainer-Kandidaten trauern einige Münchner Fans Thomas Tuchel nach. Selbst Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund versuchten in der Not, den scheidenden Coach von einem Weiterverbleib zu überzeugen – vergeblich.

Was in der Tuchel-Huldigung vergessen wird: Der Trainer war mitverantwortlich für die erste titellose Saison seit 2012 und schwächte seine Stars mit einigen seiner Maßnahmen. Ab Sommer soll es ein neuer Coach künftig besser machen.

Als ein heißer Kandidat gilt aktuell Vincent Kompany von Premier-League-Absteiger FC Burnley. Der 38-jährige Belgier gilt als Lehrling von Pep Guardiola, der ihn zwischen 2016 und 2019 bei Manchester City trainierte. Kompanys Mannschaften stehen für Ballbesitzfußball, meist im 4-2-3-1-System. Mit dieser Grundordnung holte der FC Bayern u.a. Meistertitel en masse und zwei Champions-League-Pokale (2013, 2020). Zudem spricht Kompany, der zwischen 2006 und 2008 für den Hamburger SV spielte, neben Englisch, Französisch und Niederländisch auch Deutsch. Er steht bei Burnley noch bis 2028 unter Vertrag. Der Trainerposten beim FC Bayern reizt Kompany aber sehr.

Seit Dienstagabend auch auf dem Markt: Mauricio Pochettino (52). Der argentinische Trainer verlässt nach nur einer Saison beim FC Chelsea und Platz sechs den Londoner Verein in beidseitigem Einverständnis. Schon 2019 war „Poch“ ein konkretes Thema beim FC Bayern und Hasan Salihamidzic, damals Sportdirektor. Eine Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Tottenham-Trainer, von dem Harry Kane eine hohe Meinung hat, kam nicht zustande. Klappt es heuer? So oder so: Der neue Coach muss den FC Bayern wieder zu einer Größe machen – und an den richtigen Punkten ansetzen.

Ballbesitz-Fußball: Erst verfolgte Tuchel, der den FC Bayern im März 2023 übernommen hatte, den Ansatz „Sicherheit durch Ballbesitz“. Dann ließ der Trainer gegen größere Mannschaften auf Konter spielen, wie im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid zu sehen war. Nun wollen die Bayern wieder, wie jahrelang üblich, mehr attraktiven Ballbesitz-Fußball sehen.

Positionstreue: Tuchel schwächte seine Stars auch, indem er sie von ihrer Stammposition wegversetzte: Achter Goretzka spielte plötzlich als tiefe Sechs, Rechtsverteidiger Mazraoui links in der Viererkette. Linksverteidiger Raphael Guerreiro wurde auch im Mittelfeld eingesetzt. Als Tuchel Sechser Kimmich nach rechts hinten stellte, fehlten Bayern die Kontrolle und Ideen im Zentrum. Theoretisch können die Stars auf diesen Positionen spielen. Doch damit beraubte der Trainer ihnen ihrer größten Stärken. Viele wussten nicht, woran sie bei ihm sind.

Kommunikation: Tuchel redete seine Spieler öffentlich schwach – und kommunizierte auch intern kaum mit ihnen. Nach tz-Informationen gab es in der Mannschaft sogar den Running Gag, dass Tuchel immerhin konsequent sei und nahezu alle Spieler gleich behandle. Heißt: Er sprach mit fast niemandem individuell. Spät, intern heißt es zu spät, entdeckte er, dass den Stars auch mal eine Umarmung guttun kann.

Trainingssteuerung: Über 20 Muskelverletzungen in der abgelaufenen Saison. Ein unfassbar hoher Wert. Ein Vorwurf, der sich hartnäckig hielt: Das Training unter Tuchel sei nicht intensiv genug gewesen. P. KESSLER, H. RAIF

Artikel 1 von 11