Vor dem Abschied: Für Trainer Friedhelm Funkel ist das Pokalfinale wohl das letzte Spiel der Karriere. © IMAGO
Kaiserslautern – Friedhelm Funkel sieht das DFB-Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen als ideale Bühne für das wohl letzte Spiel seiner Trainerkarriere. Das sei „ein wunderschöner Abschied“, sagte der Chefcoach des 1. FC Kaiserslautern vor dem Duell in Berlin. Schon die Momente vor der Westkurve nach seinem finalen Spiel auf dem Betzenberg am vergangenen Sonntag seien ein „sehr, sehr schönes Gefühl“ gewesen, betonte der 70-Jährige: „Das macht schon was mit einem. Das ist ganz, ganz toll.“
In der vergangenen Woche hatte er seinen Abschied vom FCK angekündigt, denn trotz Erreichen der Saisonziele und aller Zuneigung der Fans kenne er das Geschäft zu gut. „Im Fußball geht alles rasend schnell. Das wird vergessen, wenn man weitergemacht hätte und der Start unglücklich verläuft. Dann wird es schnell wieder unruhig. Das ist auch ein kleiner Grund gewesen, warum ich mir überlegt habe, diesen Moment zum Aufhören zu nutzen.“ Außerdem müsse er die Akkus aufladen und wolle wieder mehr Zeit mit der Familie verbringen.
Ein kleines Hintertürchen für ein erneutes Engagement als Coach lässt sich Funkel vor der Partie am Samstag (20.00 Uhr/ARD und Sky) noch offen, es müsse aber alles passen. „Das ist nicht mehr von mir abhängig, sondern davon, ob mich ein Verein nochmal verpflichten will. Dann überlege ich mir das, lote die Möglichkeiten aus, prüfe die Ziele des Vereins, schaue, ob ich noch gesund und körperlich gut drauf bin“, so Funkel: „Lässt sich das alles mit Ja beantworten, könnte es schon sein.“
Vor dem Pokalfinale meldete sich auch Eckhard Krautzun zu Wort, der als bisher letzter Trainer mit dem 1. FC Kaiserslautern 1996 den DFB-Pokal gewonnen hat. Der 83-Jährige hofft auf Fritz-Walter-Wetter am Samstag in Berlin. „Das wird eine gute Sache für den FCK, wenn es da Regen gibt“, meinte Krautzun. Überhaupt erinnern ihn die Vergleiche zwischen dem hochfavorisierten deutschen Meister Bayer Leverkusen und dem Zweitliga-Herausforderer aus der Pfalz „ein bisschen an das WM-Finale von 1954“.
Beim Wunder von Bern gewann im Endspiel sensationell die deutsche Mannschaft um FCK-Legende Fritz Walter gegen Ungarn – bei Dauerregen. Bundestrainer Sepp Herberger soll damals zu seinem Kapitän gesagt haben: „Fritz, Ihr Wetter!“ Seitdem wird bei Regenspielen gerne von Fritz-Walter-Wetter gesprochen.
SID