Nehmt das: Harris gegen Ludwigsburg. © IMAGO
München – Als endlich alles vorbei war, war für Pablo Laso die Zeit der warmen Worte für seine Profis gekommen. Doch es war nicht etwa Carsen Edwards, dem die ersten Gedanken des Spaniers gehörten, auch wenn der US-Amerikaner für seine Bayern auch bei diesem letzten Kraftakt in Ludwigsburg mit 22 Punkten die Tür zum Halbfinale besonders vehement aufgestoßen hatte.
Lasos Lob galt Elias Harris, dem Routinier. „Er gibt uns viel, wenn er auf dem Parkett steht“, schwärmte der Bayern-Coach, „Er weiß, wie man spielt.“ In der Tat steht kaum einer so für die besondere Tiefe des Münchner Kaders wie der 34-Jährige. Eigentlich ist Harris der Mann, der vor allem Entlastung für die langen Männer wie Devin Booker oder Serge Ibaka bringen soll.
11, 10, 10 und 13 Minuten hatte er in den vier Viertelfinals auf seiner Uhr. Doch es sind Minuten, die er effizient nutzt und in denen er den Bayern auch in Bedrängnis wichtige Punkte gibt. So wie er am Freitag, als er mit seinen acht Zählern immer wieder die aufopferungsvoll kämpfenden Ludwigsburger herunterkühlte.
Und man ahnt: Auch im Halbfinale wird Harris eine wichtige Größe sein. Auch dort bekommt man es ab Mittwoch in der Serie nach dem Modus best of 5 mit einem Gegner zu tun, der sich wie Ludwigsburg über Kampf und Intensität definiert. Die Würzburg Baskets haben gerade erst Titelverteidiger Ulm entthront.
Ein Kunststück, dass ihnen sogar ohne ihren mit Abstand Besten gelungen ist. Otis Livingston, der wertvollste und nebenbei auch treffsicherste Spieler der Hauptrunde (20,5 Punkte im Schnitt), zog sich in Spiel eins einen Innenbandriss im Knie zu. Das ist dann eigentlich problematisch wie ein Ausfall von Torgarant Harry Kane für die Bayern-Kicker.
Doch die Franken zeigten nur einmal Wirkung und kämpften sich mit enormen Heimstärke in ihr erstes Halbfinale seit 2012. Schon nach dem letzten Coup am Freitag dröhnte das „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“ durch die Arena mit dem schönen Beinamen „Turnhölle“.
Zumindest einmal werden die Bayern dort ja auch ran müssen. Gerade für Harris wird auch das speziell Abend. Der Forward spielte sieben Jahre beim Würzburger Nachbarn und Erzrivalen aus Bamberg.
RP