Erst der BVB, dann die Krone

von Redaktion

Alina Grijseels kämpft um die Handball-Champions-League

Hinein ins Glück: Alina Grijseels holte schon zwei Titel mit Metz – der dritte soll folgen. © IMAGO

Budapest – Alina Grijseels bibbert. Gar nicht so sehr vor den unbesiegbaren Bietigheimerinnen. Viel mehr hat Deutschlands Handball-Star im Kampf um Europas Königsklassen-Krone ein Zeitproblem. Denn Grijseels will Borussia Dortmund, ihrer großen Fußball-Liebe, im Champions-League-Finale unbedingt live vor dem Fernseher die Daumen drücken.

„Ich hoffe, dass ich es sehen kann und das zeitlich für mich hinhaut“, sagte Grijseels im Sportschau-Interview. Denn bevor der BVB gegen Real Madrid ran muss, ist die Nationalmannschaftskapitänin in Budapest selbst gefordert.

Beim Final Four in Budapest trifft Grijseels mit Metz am Samstag (18 Uhr) zunächst auf den ungeschlagenen deutschen Meister SG BBM Bietigheim. Im zweiten Halbfinale treffen das dänische Team Esbjerg und Györi ETO KC aus Ungarn aufeinander. Endspiel und Bronzematch steigen dann jeweils am Sonntag.

„Es sind zwei Spiele an dem Wochenende, bei denen es komplett von der Tagesform abhängt“, sagt Grijseels. Allein das Erreichen des Finalturniers sei „ein Traum, der für uns, aber auch für mich persönlich in Erfüllung geht. Manche schaffen das nie in ihrer Karriere, deswegen bin ich sehr glücklich darüber.“

Ähnliche Gefühle haben sie dieser Tage in Bietigheim. Als erste deutsche Mannschaft überhaupt nimmt das Team von Trainer Jakob Vestergaard am Final Four teil und darf vom ersten deutschen Titel im wichtigsten Europacup seit dem Triumph des TV Lützellinden im Europapokal der Landesmeister 1991 träumen.

„Wir sind ja sonst die Gejagten. Jetzt dürfen wir auch mal jagen“, sagt SG-Nationalspielerin Xenia Smits voller Vorfreude. Bundestrainer Markus Gaugisch spricht vor dem Saison-Höhepunkt mit ungewohnt großer deutscher Beteiligung von einer „sehr guten Situation für den deutschen Frauenhandball“. Andreas Michelmann, der Präsident des Deutschen Handball Bundes (DHB) sieht es naturgemäß ähnlich. „Dass wir beim Final4 der Champions League in Budapest vier deutsche Handball-Nationalspielerinnen erleben werden, ist ein Gütesiegel auch für den deutschen Frauen-Handball“ Der deutsche Frauenhandball entwickelt sich. Zugegebenermaßen langsam, aber er entwickelt sich – sowohl über die Nationalmannschaft, die erstmals seit 2008 wieder an den Olympischen Spielen teilnimmt, als auch über die Bundesliga und ihre Vereine.

Vor allem Grijseels brennt auf die Spiele in Budapest. Zwei Titel hat sie in dieser Saison schon eingefahren. Nach dem Gewinn des französischen Doubles aus Meisterschaft und Pokal soll in Budapest nun aber auch die ultimative Krönung folgen. „Ich will diese Saison alles gewinnen“, sagt die Spielmacherin.

Bei diesem Ziel dürfte selbst der BVB hinten anstehen.
SID

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