Gefühlsachterbahn an der Ostsee

von Redaktion

Hegering-Pech drückt auf DFB-Gemüt

Nur eine halbe Stunde konnte sie mithelfen: Die eigentlich unverzichtbare Abwehr-Chefin Marina Hegering (M.), zur Pause erst gekommen, verlässt nach einer muskulären Verletzung das Spielfeld. © dpa / Sebastian Christoph Gollnow

Rostock – Mit großen Sorgen um Marina Hegering im Gepäck machten sich die deutschen Fußballerinnen auf den Weg nach Danzig. Die erneute Verletzung der eigentlich unverzichtbaren Abwehrchefin traf die DFB-Frauen keine zwei Monate vor den Olympischen Spielen zur Unzeit.

Eine Muskelblessur in ihrer nach einem Faserriss gerade erst verheilten linken Wade hatte die 34-Jährige bei der 4:1 (1:1)-„Gefühlsachterbahn“ in der EM-Quali gegen Polen jäh gestoppt. Das Rückspiel in Gdynia am Dienstag (18 Uhr/ARD) verpasst die Wolfsburgerin.

Wie wichtig Hegering für die Stabilität des deutschen Teams ist, das zeigte das EM-Qualifikationsspiel im Rostocker Ostseestadion anschaulich. Ohne sie wackelte die Defensive am Freitag mehrfach. „Man hat gespürt, als sie auf dem Feld war, dass einfach eine Sicherheit auch da war. Sie strahlt etwas aus, hat eine enorme Präsenz“, sagte Giulia Gwinn über die erfahrene Verteidigerin, die erst nach der schwachen ersten Hälfte ins Spiel gekommen war. Und in der 74. Minute nach einem Foul mit Schmerzen vom Platz humpelte.

In Polen hat Horst Hrubesch nun in der Abwehrzentrale die Wahl zwischen Bibiane Schulze Solano (Athletic Bilbao) und Sara Doorsoun (Eintracht Frankfurt). Die Zielsetzung bleibt bei allen Sorgen bestehen: Der vierte Sieg im vierten Spiel würde vorzeitig die Teilnahme an der EM 2025 in der Schweiz sichern.

Zugleich wird die Partie zum finalen Schaulaufen im Kampf um die Plätze im Kader bei Olympia in Paris (25. Juli bis 11. August). Der Bundestrainer würde gern „22 mitnehmen“ nach Frankreich und nicht nur 18 Spielerinnen, wie es vorgesehen ist. „Dann wären wir auch etwas flexibler beim Training“, so Hrubesch.

Dieser Wunsch sei „hinterlegt“ beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC), noch gebe man die Hoffnung auf einen größeren Kader nicht auf, betonte Sportdirektorin Nia Künzer in der Bild am Sonntag. Hrubesch muss sich bis Anfang Juli auf die Paris-Fahrerinnen festlegen.

Dass mit Blick auf die olympische Medaillenmission weiter Luft nach oben ist, wusste das Team um Kapitänin Alexandra Popp sehr wohl einzuschätzen. „Die Art und Weise war natürlich nicht so, wie wir uns das vorstellen“, sagte die Stürmerin des VfL Wolfsburg.
SID

Artikel 1 von 11