TV-KRITIK

Ohne Anschiss von Kroos

von Redaktion

ZDF-Reporter Kaben (li.) bekam dieses Mal keinen Ärger mit Kroos. © jh/ZDF

Das Verregneter-Sommer-Märchen kann beginnen! Das ZDF startete beim Champions-League-Finale erfolgreich ins Sprech-Trainingslager für die EM. Nils Kaben hatte sich Fleiß-Fragen für König Toni „El Rey“ Kroos ausgedacht. Oliver Schmidt erforschte die verworrenen Familienverhältnisse der Ancelottis. Und Per Mertesacker hatte einem 96-jährigen pensionierten Londoner Erdkundelehrer dessen Klamotten vom Schulanfang 1973 gemopst.

Das Drumrum: Alle waren ganz aufgeregt. Reporterin Franzi Müllers hatte vor dem Stadion einen getroffen, „der wollte 400 000 Euro für ein Ticket bezahlen“. Da haben wir uns gedacht: Das ist auch für Leon Goretzka viel Geld. Aber gut, er will halt diesen Sommer auch mal großen Fußball sehen. Nils Kaben kam bei seiner Kroos-Frage („Ist das emotional überhaupt zu schaffen?“) ohne Anschiss davon. Er will sich erst wieder nach dem EM-Finalsieg beim Toni erkundigen, warum Deutschland gegen Österreich so in Bedrängnis geraten ist.

Jochen und seine Freunde: Die launige ZDF-Dreierkette ist zurück, mit Jochen Breyer, Christoph Kramer und Per Mertesacker, der ein verstörendes irgendwiefarbiges Sakko samt Nerd-Brille trug. Der Lange hatte aber nicht nur am Outfit gespart, sondern auch an der Anreise, weil er 20 Minuten vom Stadion entfernt wohnt. Weniger Spesen für unsere GEZ! Danke, ZDF! Beste Szene: Chris Kramer plaudert aus, dass Merte zehnmal in Wembley gespielt und zehnmal gewonnen hat. Darauf sein Weltmeister-Kollege: „Ich wollte es nicht so laut erzählen.“ Doch Kramer petzt: „Er hat gesagt, ich soll’s sagen.“

Die Kommentatoren: Also doch! Der FC Bayern war im Finale! Moritz Volz, Co-Trainer der Meister-Fußballerinnen, ist an sich ein schlauer Kopf, kam aber als Assistenz-Kommentator kaum ins Spiel. Beim Pfostentreffer von Niclas Füllkrug wusste er: „Da hat nicht viel gefehlt“, was bei Pfostentreffern öfters der Fall ist. Olli Schmidt erspähte nach dem Schlusspfiff Signore Ancelotti innig knutschend mit einer Signora und spekulierte: „Das müsste seine Frau sein, also hoff ich mal…“ Nein, es war Carlos heimliche Geliebte Contessa Donatella Rettore. Wenn das seine Gattin Mariann erfährt, gibt’s daheim Zores. JÖRG HEINRICH

Artikel 1 von 11