TENNIS

Zverev unter Druck

von Redaktion

Ex-Freundin Patea klagt gegen ihn in Berlin – er spielt Achtelfinale in Paris

Ex-Zverev-Freundin Brenda Patea in Berlin. © Kalaene/dpa

Berlin/Paris – Alexander Zverev jagt in Paris dem ersehnten ersten Grand-Slam-Titel hinterher. Am Montag (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) spielte der Tennisstar sein Achtelfinale gegen Holger Runde. Der Olympiasieger hat allerdings eine zweite, deutlich unangenehmere Aufgabe zu bewältigen: In Berlin ist momentan seine Ex-Freundin Brenda Patea als Zeugin im Gericht – allerdings hinter verschlossenen Türen. Das beschloss das Gericht auf Antrag von Zverevs Anwälten. Die Richterin sagte, in der Befragung von Patea sei zu erwarten, dass höchst persönliche Lebensbereiche und Details der gemeinsamen Beziehung der beiden Menschen angesprochen würden. Diese seien schutzwürdig.

Laut Anklage, die sich auf die Aussagen von Patea stützt, soll Zverev sie im Mai 2020 nachts im Flur ihrer gemieteten Airbnb-Wohnung in Berlin bei einem Streit an die Wand gedrückt und gewürgt haben. Sie habe anschließend unter Atemnot gelitten und heftige Schmerzen gehabt, sagte der Staatsanwalt. Schmerzen und Schluckbeschwerden hätten mehrere Tage angehalten. Patea (30) hatte vor Beginn des zweiten Prozesstages gesagt: „Ich will, dass es jetzt endlich losgeht.“ Ihre Anwältin sprach von einer Kampagne gegen ihre Mandantin. Man wolle ihre Glaubwürdigkeit erschüttern und sie unter Druck setzen.

Der Verteidiger von Zverev (27) hatte die Anschuldigungen zurückgewiesen und als frei erfunden bezeichnet. Zverev erschien selbst nicht vor Gericht. In Paris hatte er zuletzt gesagt: „Ich glaube, dass ich dieses Verfahren nicht verlieren werde. Das ist absolut ausgeschlossen.“ Ein Strafbefehl war ohne Prozess gegen Zverev verhängt worden, demnach sollte er eine Geldstrafe von 450 000 Euro (90 Tagessätze zu je 5000 Euro) wegen Körperverletzung zahlen. Dagegen legte er Einspruch ein. Deshalb wird der Fall nun verhandelt.

In Paris zeigt sich Zverev derweil nervenstark – auch, weil er gereift ist: „Ich bin durch viel Scheiße gegangen in den letzten Jahren. Mit meinen Verletzungen, mit meinem Comeback, mit vielem Drum und Dran. Ich glaube trotzdem daran, dass das einen auch stärker machen kann“, sagte der Hamburger nach seinem Happy End am Samstag durch ein hart erkämpftes 3:6, 6:4, 6:2, 4:6, 7:6 (10:3) gegen den Niederländer Tallon Griekspoor.
SID

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