Die Königin von Paris

von Redaktion

Iga Swiatek folgt ihrem großen Vorbild Nadal und gewinnt zum vierten Mal die French Open

Ein weiterer Titel in Paris: Iga Swiatek auf den Spuren von Tennis-Idol Rafael Nadal. © IMAGO

Paris – Als Iga Swiatek bei ihrer Siegesrede auf der großen Grand-Slam-Bühne die Stimme stockte, bekam sie von Chris Evert etwas ins Ohr geflüstert und von Martina Navratilova ein Lächeln geschenkt. „Ich habe ein paar Tipps von den Profis bekommen, jetzt geht es hoffentlich besser“, sagte die Polin, die eingerahmt von den beiden einst an Krebs erkrankten Tennis-Ikonen ein wenig eingeschüchtert wirkte.

Auf dem Platz aber hatte sich die Topfavoritin bei den French Open zwei Wochen lang von einer anderen Seite gezeigt: dominant, selbstbewusst, gnadenlos. So auch bei ihrem eindrucksvollen 6:2, 6:1-Finalsieg am Samstag gegen die Außenseiterin Jasmine Paolini aus Italien. In einer für die Konkurrenz fast schon beängstigenden Dominanz kürte sich die 23-Jährige zur jüngsten Vierfach-Siegerin beim Grand-Slam-Turnier auf Sand. „Es gibt nur eine Königin von Paris!“, schrieb die polnische Zeitung „Fakt“.

Kein Wunder, dass Parallelen zum großen Sandplatz-König Rafael Nadal gezogen werden. Die Vergleiche mit dem 14-maligen French-Open-Sieger hält Swiatek für etwas übertrieben: „Für mich steht er über allen, er ist eine totale Legende.“ Aber es sei „cool“ und mache sie „stolz, dass ich im gleichen Satz wie Nadal erwähnt werde“. Es schmeichelt der nun fünfmaligen Grand-Slam-Turniergewinnerin auch deshalb so sehr, weil der Spanier ihr großes Vorbild ist. „Als ich jung war, habe ich es geliebt, wie er aussieht und mit welcher Energie er spielt“, sagte Swiatek einmal dem „Tennismagazin“. Genau wie Nadal lässt sich die Weltranglistenerste auch in schwierigen Momenten wie beim Matchball gegen sich in der zweiten Runde gegen Naomi Osaka nicht aus dem Konzept bringen.

Und es gibt noch eine Gemeinsamkeit zu Nadal. „Er ist bescheiden und ist der gleiche Typ geblieben, der er vorher war, bevor er so viele Titel gewonnen hat“, sagte Swiatek. Ähnliches erzählen Leute auch über Swiatek, die trotz ihrer großen Erfolge ohne Starallüren auftritt. Bei ihrer Siegesrede vergaß sie nicht, der geschlagenen Paolini viel Glück für ihr Doppel-Finale am Sonntag zu wünschen. Swiatek, die zuvor auch die prestigeträchtigen Masters-1000-Turniere auf Sand in Madrid und Rom gewonnen hatte, will eine lange Regentschaft wie Nadal in Paris nicht ausschließen: „Wir werden in 14 Jahren sehen, ob die Reise ähnlich verläuft.“

Die Zahlen und Rekorde sind atemberaubend. Für Swiatek war es der dritte Triumph in Serie im Stade Roland Garros, das war zuvor nur zwei anderen Spielerinnen gelungen: der Belgierin Justine Henin (2005 bis 2007) und der Serbin Monica Seles (1990 bis 1992). Mit dem 21. Sieg hintereinander bei den French Open überflügelte sie zudem Tennis-Ikone Steffi Graf. „Ich liebe diesen Platz“, sagte Swiatek
DPA

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