■ Krause läuft zu Silber
Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause hat ihr Meisterschaftscomeback nach Babypause mit EM-Silber gekrönt. Die deutsche Spitzenathletin lief bei den Titelkämpfen in Rom nach 3000 m in 9:18,06 Minuten zum Vize-Titel – für sie ist es die vierte EM-Medaille nach ihren Triumphen 2016 und 2018 sowie Bronze 2012. Gold ging an die Französin Alice Finot (9:16,22), Rang drei an Elizabeth Bird (Großbritannien/9:18,39). Lea Meyer, vor zwei Jahren in München überraschende Zweite, als Neunte (9:27,85) sowie Krauses Vereinskollegin Olivia Gürth aus Trier (9:31,98) auf Rang elf rundeten das starke deutsche Ergebnis ab. Dass mit Krause zu rechnen ist, war schon vor der Europameisterschaft absehbar gewesen. Bei ihrem ersten großen Wettkampf nach der Geburt von Tochter Lola im Vorjahr knackte die zweimalige WM-Dritte gleich die Norm für die nun nahenden Olympischen Sommerspiele in Paris.
■ Überflieger Tendoglou
Weitsprung-Olympiasieger Miltiadis Tendoglou hat mit einer spektakulären Flugshow den EM-Hattrick perfekt gemacht. Der griechische Weltmeister gewann im Stadio Olimpico in Rom mit Meisterschaftsrekord von 8,65 m vor dem Italiener Mattia Furlani, der mit 8,38 m einen U20-Weltrekord aufstellte. Bronze ging in einem hochklassigen Wettbewerb an den Schweizer Zehnkämpfer Simon Ehammer (8,31).
■ Drama-Bronze für die Ukraine
Ljudmyla Oljanowska kämpfte buchstäblich bis zum letzten Schritt – und wurde belohnt. Die Geherin sorgte mit ihrem beherzten Schlussspurt zum Auftakt der Leichtathletik-EM in Rom für eine kuriose wie emotionale Szene. Die Spanierin Laura Garcia-Caro hatte sich auf der Schlusssrunde im Stadio Olimpico auf Medaillenkurs liegend bereits eine Fahne ihres Landes geschnappt und ganz offenbar nicht mehr mit Oljanowska gerechnet – mit schwerwiegenden Folgen: Die Ukrainerin fing Europas Jahresbeste unmittelbar vor der Ziellinie noch ab und jubelte nach 20 km über Bronze.
„Natürlich war ich auf dem letzten Kilometer und den letzten Metern müde, aber ich wollte diese Medaille unbedingt für mein Land gewinnen“, sagte Oljanowska, die am Ende zeitgleich mit Garcia-Caro in 1:28,48 Stunden die Ziellinie überquerte: „Das Wichtigste ist, dass ich meiner Mutter, meinem Vater und der ganzen Ukraine ein großes Dankeschön sagen muss.“