Mit langem Atem auf dem Weg zum Titel

von Redaktion

Bayerns Basketballern spielen gegen Berlin ihre personelle Überlegenheit aus

Hinein ins Glück: Allerdings machen zu Serge Ibaka (am Ball) Wechselgerüchte die Runde – Real Madrid soll rufen. © IMAGO

München – In Playoff-Zeiten lassen sich Trainer ja besonders ungern in die Karten schauen. Klar, man sieht sich schnell wieder. Es bleiben nur zwei Tage um Schlüsse aus dem Erlebten zu ziehen. Israel Gonzalez etwa, der Trainer von Alba Berlin hat das mit Blick auf das zweite Finalspiel am Montagabend beim FC Bayern so ausgedrückt: „Es ist ein Katz- und-Maus-Spiel. Wir werden versuchen, etwas zu finden.“

Das muss er aber auch. Denn Teil eins ging für de Berliner am Ende doch deutlich schief. Ein 79:67 (46:43) legten die Bayern in dieser Finalserie nach dem Modus „best of 5“ vor. In einem Spiel, das letztlich einen nicht ganz unerwarteten Verlauf nahm. Zweieinhalb Viertel lang hatte Alba nicht zuletzt dank der Impulse von Sterling Brown und Matt Thomas so einigermaßen mitgehalten. Als die Bayern dann vor allem in der Defensive die Zügel anzogen, war der Fall schnell erledigt. Sehr zur Zufriedenheit auch von Uli Hoeneß, der beim Finale wieder Flagge zeigte – in den Playoffs hatte er sich bis dato rar gemacht.

Doch die Frage bleibt: Worauf sollen die Hauptstädter bauen? Nach dem aufreibenden Halbfinale gegen Chemnitz kam den, ohnehin schwer verletzungsgeplagten Albatrossen auch noch ihre oftmalige Lebensversicherung Johannes Thiemann (Knieprobleme) abhanden. Ob der Weltmeister, der am Samstagabend in Zivil durch den BMW-Park schlappte (“Es ging einfach nicht“), in der Serie noch zum Thema werden könnte, ließen die Verantwortlichen offen. Gonzalez benutzte einen Satz, wie man ihn in Playoff-Tagen oft hört. Man entscheide es „day by day“ – tagesaktuell.

Seinem Gegner Pablo Laso könnte der Satz nun abhandenkommen. Nick Weiler-Babb (Wade) schnupperte schon am Samstag erste Finalluft, wie die Dinge stehen wird am Montag auch Sylvain Francisco folgen. Und dann wäre er pünktlich zur Titelentscheidung komplett verfügbar, der Bayernkader. Womit die Münchner in der definitiv letzten Saisonwoche nun wirklich alle Vorteile für sich haben. So dass es letztlich schon viel Fantasie für den Gedanken bedarf, dass nicht Bayern-Kapitän Vladimir Lucic nach Spiel drei am Mittwoch oder spätestens am Freitag nach dem reichlich unglücklich im Vorprogramm des Auftakts der Fußball-EM terminierten vierten Duells den Meisterpokal in den Berliner Himmel stemmt.

„Wir brauchen am Montag die gleiche Mentalität“, sagte Serge Ibaka, „müssen vielleicht sogar noch besser spielen.“ Dann sollte es doch klappen mit dem 2:0 und damit dem ersten Matchball. Wobei gerade Ibaka Gegenstand der kleinen Nebengeräusche ist, die am Wochenende die Runde machten. Denn die allerdings bislang eher mäßig bekannte spanische Basketball-Webseite „Encestando.es“ berichtete, Ibaka sei sich schon mit Real Madrid über einen Wechsel einig. Beim Euroleague-Finalisten soll er demnach Vincent Poirier ersetzen, den es zu Efes Istanbul zieht.

Zuletzt hatte Bayern-Präsident Herbert Hainer bei „Bild“ auf einen Verbleib des gebürtigen Kongolesen getippt. „Ich bin bei ihm zuversichtlich“, hatte der Clubchef gesagt. Basketballchef Marko Pesic hatte sich in unserer Zeitung ähnlich geäußert: „Wir werden alles versuchen.“ PATRICK REICHELT

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