Davies spaltet die Bayern-Bosse

von Redaktion

Tenor: Einigung nicht um jeden Preis

München – Alphonso Davies ist weit weg – und wird bald noch ein bisschen weiter weg sein. Der letzte Test gegen Frankreich endete für den Verteidiger des FC Bayern in Diensten von Kanada 0:0, nun geht es ab über den großen Teich, wo ab Samstag um die Copa America gespielt wird. Viel zu tun und viel Ablenkung von dem, was da gerade an der Säbener Straße in München passiert. Dort, in den höheren Etagen, geht es um die Zukunft des 23-Jährigen.

Die Causa zieht sich wie ein alter Kaugummi, und dass das letzte Wort trotz Angebot, Ultimatum und Machtwort im März immer noch nicht gesprochen ist, liegt vor allem an Vincent Kompany. Der neue Trainer ist bekennender Fan von Davies und würde den Kanadier gerne über den Sommer hinaus behalten. Dass das allerdings nur möglich ist, wenn der ursprünglich bis 2025 laufende Vertrag verlängert wird, ist logisch. Bei rund 13 Millionen Euro plus maximal vier Millionen Bonuszahlungen soll das neue, verbesserte Angebot seitens des Rekordmeisters liegen. Treibende Kraft hinter den Verhandlungen ist Max Eberl, der Kompany gerne eine Wunsch-Elf hinstellen will.

Der Sportvorstand setzt sich für einen Davies-Verbleib ein, obwohl er weiß, dass das Bild, das nach außen dringt, kein glückliches ist – und auch in der Kabine die fehlende Stringenz der Bosse registriert wird. Hinzu kommt, dass man auch in Reihen der Clubobersten nicht bereit ist, die finanziellen Grenzen auszuloten. Nach Informationen unserer Zeitung steht die Personalie Davies zwar erneut auf der Agenda, man will und wird aber nicht mit sich spielen lassen. Um jeden Preis, so ist zu hören, werde man nicht zusammenkommen. Zumal das Wort der treibenden Kraft unter den Skeptikern Gewicht hat.

Wie unsere Zeitung erfuhr, soll vor allem Uli Hoeneß die Entwicklung von Davies in den letzten Monaten sehr kritisch gesehen haben. Über weite Strecken war nicht mehr viel von jenem jungen Mann zu erkennen, den die Bayern einst als fixe Zukunftssäule eingestuft haben. Immerhin traf er im Saisonendspurt noch zwei Mal, unter anderem gegen Real Madrid. Ein Trend – oder ein Abschiedsgruß? Die Bosse sind noch gespalten. HANNA RAIF, PHILIPP KESSLER

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