Der Bayern-Souverän: Nick Weiler-Babb. © IMAGO
Kampf um jeden Zentimeter: Bayerns Bonga (li.) gegen Alba-Center Koumadje. © IMAGO
Berlin – Es war der erwartete Krimi, doch er hatte für die Basketballer des FC Bayern den guten Ausgang. Der Pokalsieger brachte im dritten BBL-Finale ein 67:63 (31:28) bei Alba Berlin ins Ziel. 2:1 also in der Serie nach dem Modus best of 5. A,m Freitag (18 Uhr/Dyn) greifen die Münchner nach ihrem sechsten Meistertitel.
Auf Seiten der Bayern waren die Forderungen nach dem schwer verpatzten zweiten Spiel ja relativ simpel gewesen. Härter verteidigen, mit mehr Biss an die Abpraller gehen. Final-Basketball eben – das hatte nicht nur Trainer Pablo Laso gefordert. Und es zeigte sich schnell: Die Botschaft war angekommen. Die Münchner langten von Beginn an ganz anders hin als am Montag in eigener Halle, als man erst den Ernst der Lage erkannt hatte als es auch schon zu spät war.
Heraus kam nicht unbedingt ein Offensiv-Feuerwerk, aber das liegt ja ganz im Trend dieser Finalserie.. Die Higlights waren krachende Blocks wie der von Khalifa Koumadje gegen den schwer verdutzten Zauberzwerg Carsen Edwards oder die deutlich veränderte Defensivformation, mit die Bayern zumindest in Durchgang eins Berlins Schlüsselspieler Matt Thomas aus der Partie nahmen.
Nur kurz, zu Beginn des zweiten Viertels, sah es so aus als würden die Bayern das Heft komplett in die Hand nehmen. Kein Zufall, dass es eine der Phasen war, in der Rückkehrer Nick Weiler-Babb die Regie führte. Der Deutsch-Amerikaner ihat sich im Laufe der Saison zum Souverän unter den Ballverteilern entwickelt. Er fand binnen kurzer Zeit Isaac Bonga und gleich zweimal den, von seinem Null-Punkte-Montag genervten Andi Obst. Neun Punkte, die Alba mit einiger Mühe wett machte.
Die Frage war: Würden die Nerven zum Faktor werden? Der Druck liegt natürlich auf Münchner Seiten. Bayerns Basketballchef Marko Pesic hatte erst Tags zuvor noch einmal betont: „Dass wir nicht Meister werden, ist für mich absolut nicht denkbar.“
Laso versuchte es mit einem anderen Schachzug und brachte auch noch Sylvain Francisco ins Spiel. Ein weiterer Wirbler und Werfer. Vielleicht versprach man sich auch davon, dass der Franzose Alba zumindest das ein oder andere Foul anhängen könnte. In der Hinsicht lief es zumindest besser als zuletzt, als sich die Bayern über das Foulverhältnis von 15:25 schwer geärgert hatten.
Dann ging Francisco. Weiler-Babb und Obst blieben. Und das war gut so, denn die beiden starteten Mitte des Schlussviertels eine der besten Münchner Phasen. Ließen den Ball gut laufen, versenkten Dreier. Heraus sprang 61:51 – zehn Punkte Differenz, das ist eine Menge Holz in einem Spiel mit so niedriger Trefferquote.
Doch die Albatrosse haben sich in diesen Playoffs den Ruf der Stehaufmännchen erworben. Und dem blieben sie treu. Als das Spiel auf die Zielgerade ging, lagen die Berliner schon wieder gleichauf.
Heiße und hektische Schlusssekunden folgten. Doch hier erwiesen sich die Bayern vor allem als das stabilere Team. Nick Weiler-Babb machte letztlich an der Freiwurflinie den Deckel drauf. Wiedersehen beim nächsten Krimi – am Freitag an gleicher Stelle. PATRICK REICHELT