Für einen Moment gerät Kasper Hjulmand ins Stocken. Bei seiner Charakterisierung von Christian Eriksen als „Herz“ der dänischen Fußball-Nationalmannschaft holt der Trainer kurz Luft. Vor drei Jahren hörte das Herz des dänischen Starspielers im EM-Spiel gegen Finnland für einige Minuten auf, zu schlagen. Nur dank Herzdruckmassagen und eines Defibrillators konnte er auf dem Rasen wiederbelebt werden – Tausende Menschen im Kopenhagener Stadion und Millionen in den heimischen Wohnzimmern schauten erschrocken zu.
An diesem Sonntag kehrt der 32-Jährige im Spiel gegen Slowenien auf die EM-Bühne zurück. Beim Einzug ins Teamhotel in Freudenstadt präsentierte er sich gut gelaunt. Die Stimmung beim Europameister von 1992 scheint gelöst. Das hat auch mit Eriksen zu tun, bestätigt Hjulmand. „Abseits des Feldes ist er so ein netter Kerl, er redet mit jedem und ist ein guter Junge. Er ist positiv, offen und wir sind froh, dass wir ihn haben.“
In den zurückliegenden Vorbereitungsspielen ließ Eriksen seine Klasse nach einer schwierigen Saison bei Manchester United wieder aufblitzen und sendete so eine Botschaft an seine Kritiker.
Auf die Unterstützung seiner Mannschaftskollegen kann sich Eriksen indes verlassen. Alexander Bah stärkt dem Kreativspieler den Rücken. „Auf dem Feld sprechen seine Leistungen für sich“, sagt der 26-Jährige. „Er ist ein fantastischer Spieler. Er ist ein Leader, übernimmt Verantwortung und schaut, dass sich jeder wohlfühlt. Ich bin froh, dass wir ihn weiter bei uns haben.“
Für Hjulmand ist Eriksen ein Schlüsselfaktor. „Er ist unser Rhythmus. Wenn er gut spielt, dann spielen wir auch gut.“