Kauls Ansage: „Bestleistung in Paris“

von Redaktion

Entthronter Zehnkampf-Europameister will bei Olympia auftrumpfen – Weber holt Silber

Gold nur hauchdünn verfehlt: Speerwerfer Julian Weber. © Weiken/dpa

Hohe Ziele bei Olympia: Der deutsche Zehnkämpfer Niklas Kaul fährt optimistisch nach Paris. © IMAGO

Rom – Zehnkämpfer Niklas Kaul nimmt trotz der verpassten EM-Medaille voller Optimismus die Olympischen Sommerspiele in Frankreich in Angriff. „Ich bin zuversichtlich, dass Paris sehr gut werden kann“, sagte der entthronte Europameister von 2022 nach seinem vierten Platz in Rom. Beim Saisonhöhepunkt in rund sieben Wochen sei „auf jeden Fall eine Bestleistung drin. Es wäre auch mal wieder Zeit nach 2019“, meinte der Meinzer, der seinen EM-Titel an den Esten Johannes Erm (Sieg mit 8764 Punkten) verloren hat.

Vor fünf Jahren hatte sich Kaul in Doha mit 8691 Punkten zum jüngsten Zehnkampf-Weltmeister der Geschichte gekrönt. In Italien standen nun 8547 Zähler für ihn zu Buche – es war immerhin der drittbeste Zehnkampf seiner Laufbahn.

„Es ist sehr viel Positives bei rumgekommen, aber auch ein paar Sachen, die nicht so geklappt haben, wie sie sollen. Das ist dann am Ende ein Fehler zu viel, um eine Medaille mitzunehmen“, sagte Kaul – und scherzte: „Vielleicht war es der beste schlechteste Zehnkampf, den ich je gemacht habe.“

So hatte der frühere WM-Champion unter anderem über die 110 m Hürden (14,91) und im Hochsprung (1,96) wertvolle Zähler liegen gelassen. Auch die Leistungen über 100 m (11,34), 400 m (48,81) und Stabhochsprung (4,90) waren ausbaufähig „Da waren echt ein paar Sachen dabei, die mir sonst nicht passieren. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so an der Hürde hängen geblieben bin. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so schlecht hochgesprungen bin“, meinte der 26-Jährige. Es überwiege aber eindeutig das Positive, auch wenn er „natürlich gerne eine Medaille gehabt“ hätte: „Aber alles gut.“

Der deutsche Speerwerfer Julian Weber hat hingegen Edelmetall gewonnen, seinen EM-Titel in einem spannenden Wettkampf aber verloren. Der Mainzer erzielte am Mittwoch gleich in seinem ersten Versuch 85,94 m und holte damit Silber. Der Titel am letzten Wettkampftag im Stadio Olimpico ging an den tschechischen Olympia-Zweiten Jakub Vadlejch, der Weber im letzten Versuch mit 88,65 m noch abfing. Bronze holte Oliver Helander (Finnland/85,75).

Trotz der missglückten Titelverteidigung untermauerte der Sportsoldat seine Ambitionen für die Olympischen Sommerspiele in Paris. An der Seine möchte Weber unbedingt eine Medaille gewinnen, nachdem ihm vor drei Jahren in Tokio als Vierter lediglich 14 Zentimeter gefehlt hatten .Senkrechtstarter Max Dehning schaffte es in seinem ersten großen Finale nur auf den zwölften und letzten Rang (76,16).
SID

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