Dortmund – Edin Terzic presste die Lippen fest aufeinander. Als der „Junge von der Südtribüne“ um 12.08 Uhr am Donnerstag erschüttert die Elefantenrunde mit den Bossen verließ, war das Trainerbeben bei Borussia Dortmund beschlossen. Kurz darauf durfte er es über die Social-Media-Kanäle mit feuchten Augen selbst verkünden: Nach zehn Jahren in verschiedenen Funktionen ist eine „unglaubliche BVB-Reise“ für ihn beendet. Berichten zufolge soll sein bisheriger Assistent Nuri Sahin (35) sein Nachfolger werden.
Das bestätigten die Dortmunder noch nicht: Zunächst verabschiedete sich Terzic. „Auch wenn es mir gerade brutal weh tut, möchte ich euch mitteilen, dass ich den BVB verlassen werde“, sagte der 41-Jährige. „Ich habe nach unserem Endspiel in Wembley um ein Gespräch gebeten, weil ich nach zehn Jahren beim BVB, das Gefühl habe, dass der Neustart von einem neuen Mann an der Seitenlinie begleitet werden sollte.“ Terzic hatte den BVB sensationell ins Champions-League-Finale geführt, das gegen Real Madrid trotz starker Leistung 0:2 verloren ging. Er habe danach „alles sacken lassen“, berichtete er. „In mir war das Gefühl: Jetzt ist es an der Zeit, dass der Verein sich neu ausrichtet.“ Dem neuen Trainerteam, das der Verein wohl in Kürze bekannt geben wird, wünsche er „das Allerbeste. Wir müssen alle den Glauben beschützen, der uns nach London geführt hat.“
Terzic hat beim BVB eine besondere Geschichte geschrieben. Vom Fan arbeitete er sich über das Scouting und die U17 zum Trainer der Profi-Mannschaft hoch, die er 2021 als Interimslösung zum DFB-Pokal-Sieg führte. Den möglichen Meistertitel verspielte er gegen Mainz auf tragische Weise. Es folgte eine wechselhafte Liga-Spielzeit, die auf dem fünften Platz endete, parallel stürmte der BVB durch die Champions League.
Geschäftsführer Watzke dankte dem scheidenden Coach für „herausragende Arbeit“. Nun scheint der nächste Fan-Liebling seine Chance zu bekommen. Sahin fehlt allerdings Trainer-Erfahrung auf höchstem Niveau.
SID