Stilecht mit Socken der Simpsons: Müller-Hohenstein.
O’verzapft is! Oder für alle Nicht-Bayern: Das Aktuelle Wortstudio ist eröffnet! Unter dem Motto „Jedem Anfang wohnt ein Klauber inne“, ein Wortklauber, haben wir für Sie im ZDF die Auftakt-Feierlichkeiten zu einer der schönsten Europameisterschaften des Jahres 2024 genau verfolgt. Unter anderem haben wir uns gefreut, Katrin Müller-Hohenstein alias KMH wiederzusehen, die von ihren schottischen Fans als Cathy Miller-Highstone oder auch MPH verehrt wird. Es war so nett im Zweiten, dass uns kaum jemand auf den Dudelsack gegangen ist. Wir fassen zusammen, we fass together, was sich unter Mitwirkung von Jochen Breyer alias Jock MacLoch beim rauschenden deutschen Jubel-Auftakt ereignet hat.
Wie gut war das Sockenspiel von KMH? Kult-Cathy begrüßte die Nation aus der „Homebase“ im Berliner Hauptstadtstudio vor der enthusiastischen ZDF-Westkurve („Johl! Jodeljööö!“) und vor einer „wahnwitzig großen LED-Wand“. Sie war wahnwitzig gut drauf. Viele waren allerdings irritiert über den Blaumann, in den sie sich geworfen hatte. Musste sie vorher noch schnell den Wasserhahn in ihrer Garderobe festklempnern? Aber es handelte sich immerhin um einen absoluten Edel-Overall, um den „Van Jumpsuit“ von Black Halo für 436,95 Euro. Außerdem trug sie Simpsons-Socken (18 Euro), die laut Beschreibung „das Sockenspiel verbessern“. Falls wir versehentlich doch nicht Europameister werden: An Katrins Sockenspiel wird’s nicht scheitern.
Wie gefährlich optimistisch war Chris Kramer? Der sympathische Gladbacher Teilzeit-Kicker hatte schlechte Nachrichten fürs Land. Er prognostizierte: „Ich bin positiv und glaube, wir werden gewinnen.“ Das klang bedrohlich. Denn Jock MacLoch, ebenfalls in einer Art Klempner-Fummel, erinnerte zurecht: „Er war vor den letzten drei Turnieren auch positiv.“ Aber diese deutsche „Zaubershow“, so Breyer, konnte nicht einmal Chris Kramer verhindern. Insgesamt war der ZDF-Spaß groß. Kramer bejubelte den „gemalten“ Beginn der deutschen Elf – vergaß aber auch nicht, auf die dankbare Taktik der Ideenlos-Schotten hinzuweisen.
Was war mit den Dudelsäcken? ZDF-Reporterin Amelie Stiefvatter wagte sich unter die Schottenrocker und hatte nachgezählt: „Es durften nur 29 Dudelsäcke ins Stadion.“ Das ist in der Bundesdudelsackverordnung von 1963 so festgelegt. Nils Kaben befragte den Bundespräsidenten, und man hätte sich so gewünscht, dass der Präse sagt: „Du hattest jetzt 90 Minuten Zeit, Dir vernünftige Fragen zu überlegen…“ Expertin Laura Freigang hatte leider nicht viel beizutragen, außer: „Es hätte mich überrascht, wenn es eine Überraschung gegeben hätte.“ Leider war der bayerisch-schottische Wunderdoktor Mull of Kintyre nicht eingeladen, ihm wäre bestimmt mehr eingefallen.
Wo war Béla? In einem Rückblick raunte Legende Béla Réthy durchs ZDF-Bild, The Football-Voice of Germany. Der akustische Phantomschmerz war groß. Da kann Oliver Schmidt nicht mithalten – auch wenn wir als Sportklauber zugeben müssen, dass er das ordentlich gemacht hat. Olli MacSmith wusste über das Metronom von Madrid: „Toni Kroos tickt und tickt und tickt und gibt den Takt vor.“ Also quasi Ticki-Taka. Frühes Fazit, yippie yeah: „Zweiter Torschuss, zweiter Volltreffer, 2:0!“ Dank „schottischem Torgeiz“ haben wir jetzt echt Sommermärchen: Von einer Mannschaft, die auszog, das Fürchten zu lehren.