Ließ lange Zeit nichts anbrennen: Jonathan Tah, hier im Duell mit John McGinn. © afp
Viele staunen, einer trifft: Jamal Musiala mit dem sehenswerten Treffer zum 2:0, Florian Wirtz (r.) schaut zu. © dpa
Der Grundstein für das Sommermärchen 2.0 ist mit der Auftakt-Gala gegen Schottland gelegt. Die Einzelkritik.
Manuel Neuer: Weil der Nationalkeeper in den vergangenen Spielen häufig patzte, stand er gegen Schottland besonders im Fokus. Daher verzichtete Neuer auf Spielchen am eigenen Strafraum und klärte Bälle mit dem Fuß konsequent. Ansonsten war es ein ruhiger Abend für ihn. Note: 3
Joshua Kimmich: Mit einer gefühlvollen, flachen Hereingabe bereitete Kimmich das 1:0 vor. Ansonsten ackerte er die rechte Seite rauf und runter. Note: 2
Antonio Rüdiger: Der Abwehrchef ließ hinten nichts anbrennen und hatte sowohl im Zweikampf am Boden auch in Duellen in der Luft alles im Griff. Sein Distanzschuss nach der Pause konnte Schotten-Keeper Angus Gunn gerade noch so zum Eckball abwehren. Note: 2
Jonathan Tah: Stabiler Auftritt des Leverkuseners, der gegen die harmlose schottische Offensive jedoch kaum gefordert war. Im Spielaufbau ohne Fehler und sorgte mit einem cleveren Stellungsspiel für eine gute Konterabsicherung.
Note: 2
Maximilian Mittelstädt: In der Rückwärtsbewegung fleißig, seinen gefürchteten Flanken fehlte jedoch die nötige Präzision. Note: 3
Robert Andrich: Nachs einem Fehlpass-Festival gegen Griechenland war er im Auftaktspiel wieder der sichere und robuste Pol neben Kroos. Nur einmal übertrieb er es im Zweikampf und sah in der 31. Minute die Gelbe Karte. Note: 2 (ab 46. Minute Pascal Groß: Fügte sich ohne Probleme ins Spiel ein und übernahm die Rolle an der Seite von Kroos. Note: 3)
Toni Kroos: Mit einem Diagonalpass über das halbe Spielfeld leitete Kroos das 1:0 ein. Der Mittelfeldstratege war Dreh- und Angelpunkt im deutschen Spiel. Wenn er es ankurbeln musste, kurbelte er es an .Wenn er es beruhigen musste, beruhigte er es. In der ersten Hälfte spielte er 55 Pässe und alle kamen an. Note: 1
Jamal Musiala: Je länger das Spiel dauerte, desto besser kam Musiala ins Spiel. Der Ausnahmedribbler tanzte die Schotten reihenweise aus, suchte immer wieder Wirtz und Gündogan als Wandspieler und zeigte bei seinem Tor zum 2:0 die Entschlossenheit im Abschluss, die sich Fußball-Deutschland von ihm erhofft. In dieser Form ist er nur schwer zu bremsen. Note: 1
Ilkay Gündogan: Das Tor zum 2:0 leitete Gündogan mit einer feinen Drehung im Mittelfeld ein. Generell spielte der Kapitän viele kluge Bälle, die auf engstem Raum für den nötigen Platz sorgten. Als er in der 42. Minute rüde von Ryan Porteous umgetreten wurde, stockte Fußball-Deutschland kurz der Atem. Doch Gündogan biss auf die Zähne und schleppte sich in die Halbzeit. Note: 2
Florian Wirtz: Von der ersten Minute an war der Leverkusener unglaublich präsent – egal ob in Zweikämpfen, Laufduellen oder Dribblings. Wirtz strahlte einen unglaublichen Willen aus, dem deutschen Spiel seinen Stempel in der Offensive aufzudrücken. Das tat er. Und wie! Nicht nur wegen seines Treffers zum 1:0, sondern wegen seiner Gesamt-Performance. Note: 1
Kai Havertz: Gegen die aggressive schottische Hintermannschaft musste Havertz seine gesamte Zweikampfstärke und Härte abrufen. Das gelang ihm gut und so konnte er viele Bälle am gegnerischen Strafraum halten. Das 2:0 bereitete er zielstrebig vor, bei seinem Elfmetertreffer zum 3:0 blieb er cool. Note: 1 (ab 63. Niclas Füllkrug: eingewechselt und geknipst.)