Ohne Fehler – mit Gegentor

von Redaktion

Viel Rückendeckung für Neuer nach der Kritik

Begeisterter Zuschauer: Manuel Neuer. © Weller/dpa

München – Der EM-Auftakt startete für Manuel Neuer mit einem Hoppala. Zwischen Mannschaftsfoto und Anpfiff musste sich der Torhüter noch mal umziehen. Der Grund: Das schwarze Unterziehshirt passte farblich nicht zum knalligem Trikot. Und so spielte Neuer gegen Schottland mit nackten Unterarmen – fehlerlos.

Fazit nach dem glänzenden Auftaktsieg gegen Schottland: Deutschland hat kein Torwart-Problem. Zur Wahrheit gehört aber auch: Neuer hatte fast nichts zu tun. Die Schotten, die sich angesichts ihrer eklatanten Formkrise auf Konter konzentriert hatten, waren nach der Roten Karte kurz vor der Pause noch harmloser in der Offensive. Neuer musste keinen Ball halten, wurde in der Schlussphase aber einmal geschlagen – durch ein Eigentor von Antonio Rüdiger.

Nach den jüngsten Fehlern im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid, in der Bundesliga gegen die TSG Hoffenheim oder bei der EM-Generalprobe gegen Griechenland agierte Neuer dieses Mal souverän. Schon vor dem EM-Start hatte er Rückendeckung bekommen. Michael Rechner, Torwarttrainer beim FC Bayern, sieht die deutsche Nummer 1 gerüstet. „Manuel Neuer ist und bleibt Manuel Neuer. Da muss Deutschland sich keine Sorgen machen“, sagte Rechner im Interview der „Süddeutschen Zeitung“.

Auch Jens Lehmann, der bei der Heim-WM 2006 Stammkeeper der Nationalmannschaft war, glaubt an den mehrfachen Welttorhüter in bester Verfassung beim Heim-Turnier. „Manuel Neuer ist noch immer einer der besten Torhüter auf der Welt“, sagte der 54-Jährige bei Sky: „Es ist gar nicht schlecht, dass er jetzt mal Fehler gemacht hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass er bei der EM noch mal einen Fehler macht, ist sehr, sehr gering.“

So war es auch gegen die Schotten. Daran änderte der Gegentreffer nichts.
PK, BOK, HLR

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