Die Sache hat irgendwie Fahrt aufgenommen – und plötzlich war ich mittendrin. Denn egal, wem ich in den letzten Wochen erzählt habe, dass ich meinem fünf Jahre alten Sohn zum EM-Start ein DFB-Trikot kaufen werde, schrie laut: „Hier!“ Die Bestellliste wurde vor dem Gang in den Fanshop immer länger, letztlich umfasste sie: Fünfmal Herren XL, einmal L, einmal M, einmal Damen S, zweimal Kinder 164, einmal Kinder 140. Eine bunte Größenmischung, allerdings in einem eindeutigen Farbverhältnis: Neunmal weiß, zweimal pink, zumindest ursprünglich. Denn mit dem Kauf der Fankluft und der Bezahlung war die Sache noch nicht getan, im Gegenteil! Die Anrufe kamen nach und nach, aber das Muster war schnell erkennbar. „Du, xy will jetzt doch lieber pink, können wir noch umtauschen?“ Also Zettel rausgesucht, Trikots wieder eingesammelt, ein zweites, drittes, viertes Mal in den Shop gegangen, bis jeder glücklich war. Nur meine Tochter guckt dumm aus der Wäsche: Sie trägt schwarz, Kollektion 2022, Katar. Immerhin: Pink wartet, wenn es dem großen Bruder zu klein ist. Dann wird sie die Fußball-Prinzessin sein – und alle anderen neidisch.