Endspiel für Österreich

von Redaktion

Rangnick-Team gegen Polen unter Druck

Eine riesige Chance vergab Österreichs Christoph Baumgartner, Frankreichs Mike Maignan war zur Stelle. © DPA

Berlin – Über den Wolken tüftelte Ralf Rangnick am Plan für Österreichs erstes „EM-Finale“. Auf der kurzen Reise von Düsseldorf nach Berlin am Dienstag war der Schiri-Frust beim Teamchef nach der 0:1-Niederlage gegen Frankreich größtenteils verflogen, Rangnick richtete den Fokus auf das zweite Gruppenspiel gegen Polen – in dem die ÖFB-Auswahl gehörig unter Druck steht.

„Das hat absoluten Endspiel-Charakter“, sagte Rangnick, dessen Team mit einem Sieg am Freitag (18.00 Uhr/ARD und MagentaTV) gegen Robert Lewandowski und Co. noch „alle Chancen“ auf das Weiterkommen in der Hammergruppe D hat. Mut machte Rangnick dabei der Auftritt seines Teams gegen den Vize-Weltmeister um Superstar Kylian Mbappe.

„Wir haben in 100 Minuten kein Tor der Franzosen zugelassen“, das Eigentor des Gladbachers Maximilian Wöber (38.) sei zudem „unglücklich“ gewesen, sagte Rangnick. Zufrieden sein konnte der Teamchef auch mit der kämpferischen und läuferischen Leistung seines Teams, das zudem spielerisch Akzente setzte – sich vom spanischen Unparteiischen Jesus Gil Manzano aber benachteiligt fühlt.

„Eine krasse Fehlentscheidung vom Schiedsrichter. Das Ganze passiert 90 Sekunden vor dem Gegentor“, sagte Rangnick über eine Szene, in der Manzano nach einer Großchance von Christoph Baumgartner unberechtigterweise auf Abstoß für Frankreich statt auf Ecke entschied. Nur wenig später erzwang Mbappe, der spät mit einer gebrochenen Nase ausgewechselt wurde, mit einem seiner pfeilschnellen Antritte Wöbers Eigentor.

Doch der Blick bei den mit zahlreichen Bundesliga-Profis gespickten Österreichern geht nach vorne. „Polen wird ein ganz wichtiges Spiel, das sollten wir gewinnen. Wir werden nicht aufgeben, das ist nicht unsere DNA“, sagte der Leipziger Baumgartner.

Gegen die Polen, die nach der 1:2-Pleite gegen die Niederlande ebenfalls unter Druck stehen, können die Österreicher am Freitag dabei erstmals auf ihren kleinen „Heimvorteil“ setzen – das Olympiastadion in Berlin befindet sich nur rund fünf Kilometer vom Teamquartier im Grunewald entfernt.

„Wir müssen sehen, dass wir so gut und schnell wie möglich regenerieren. Wir haben 30 Stunden weniger Zeit als unser Gegner“, sagte Rangnick, der sich in Hinblick auf das erste „Endspiel“ seines Teams aber zuversichtlich zeigte: „Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir wieder eine Mannschaft auf den Platz schicken, die in der Lage ist, das Spiel zu gewinnen.“

Abwehrspieler Maximilian Wöber hat nach seinem unglücklichen EM-Eigentor gegen Frankreich indes schnell seinen Humor wiedergefunden. „Gerade nach so einer Partie, wo man irgendwie der Dodel der Nation ist, ist es sicherlich nicht schlecht, wenn man sich direkt wieder stellt und seinen Teil beiträgt, damit das Ganze dann irgendwann abgehakt ist“, sagte der Verteidiger von Borussia Mönchengladbach in Berlin. Dodel ist im Österreichischen ein umgangssprachliches Wort für Trottel, allerdings mit geringerer Schärfe.

„Nach einer schlaflosen Nacht bin ich jetzt in dem Stadium, wo ich über gewisse Memes und Fotos lachen kann“, sagte Wöber. Der 26-Jährige war beim 0:1 gegen den Topfavoriten um Superstar Kylian Mbappé am Montagabend der große Pechvogel im ÖFB-Team. In der 38. Minute köpfte er eine Flanke von Mbappé unglücklich ins eigene Netz.“
SID

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