Mbappé fällt für Holland-Hit aus

von Redaktion

Franzosen-Star bricht sich die Nase und muss mindestens ein Spiel aussetzen

Wunsch der Fans: Mbappe mit Donatello-Maske. © Twitter

Das sieht nicht gut aus: Kylian Mbappe prallte gegen Österreichs Kevin Danso, die Nase musste aber nicht operiert, sondern nur gerichtet werden. Nun wird eine Spezialmaske angefertigt. © DPA

Düsseldorf – Kylian Mbappé konnte schon wieder lachen, als er um ein Uhr in der Nacht die Düsseldorfer Uni-Klinik durch den Hintereingang verlassen hatte. „Irgendwelche Ideen für Masken?“, fragte die Nase der französischen Fußball-Nation wenig später bei X, und die Antworten waren ein Fest. Die Kampfschildkröte Donatello von den Ninja Turtles, wie es seinem Spitznamen entspricht? Darth Vader? Das schrille Modell mexikanischer Wrestler? Oder doch die Emmanuel-Macron-Pappversion?

So oder so: Mbappés nächtlicher Scherz auf eigene Kosten macht dem EM-Favoriten Hoffnung. dass dieses Turnier für den teuersten Spieler der Welt nicht beendet ist – der Dämpfer folgte tags drauf. Wie die Sportzeitung L‘Équipe meldete, fällt der Superstar für den Vorrunden-Hit gegen die Niederlande aus. Bis Freitag wird er demnach sicher nicht fit, und fraglich ist auch, ob er im Gruppenfinale gegen Polen eingesetzt werden kann (25. Juni).

Mbappés Nase, daran hatte bereits bei den ersten Bildern des blutigen EM-Auftaktsieges gegen Österreich (1:0) in Düsseldorf kein Zweifel bestanden, ist gebrochen. Allerdings, ergab das medizinische Bulletin, musste sie nicht operiert, sondern anscheinend nur gerichtet werden. Knack. Nun werde, teilte der französische Verband im Wissen um die Brisanz einer nationalen Angelegenheit sehr defensiv mit, eine Maske gefertigt, die es ermögliche, „nach einer gewissen Zeit der Behandlung eine Rückkehr ins Spiel zu erwägen“.

Was auch immer das heißt.

Die Deutungen und Spekulationen schwirren wild in alle Richtungen. Le Figaro beispielsweise befürchtet eine Zwangspause von 15 Tagen – was eine Rückkehr zum Viertelfinale bedeuten würde. Nein, kontert Le Parisien. Die Zeitung meinte zu wissen, Mbappe erwäge, im nächsten Spiel gegen die Niederlande am Freitag wieder aufzulaufen. „Wir haben keine Federn gelassen“, so fasste es Trainer Didier Deschamps in der Pressekonferenz zusammen, „aber eine Nase.“

Wenn Deutschland 84 Millionen Bundestrainer hat, besteht Frankreich gerade us 68 Millionen Experten für Gesichtschirurgie. Calme, calme, ganz ruhig, sagte Deschamps. Dass es „kein kleiner Kratzer“ sei, habe ja wohl jeder gesehen.

Tatsächlich war sein Trikot sofort nach dem Zusammenprall mit der Schulter von Kevin Danso in der 86. Minute blutverschmiert, die Nase eigenartig zur Seite verrückt – dennoch schleppte sich der Superstar unter Pfiffen der empörten Österreicher zurück auf das Feld, um eine Unterbrechung und damit eine Wechselmöglichkeit zu erzwingen. Michael Ballack nannte das Verhalten ein „Unding“.

Womöglich war es einfach sehr professionell. So wie Dansos Reaktion: Der einstige Bundesliga-Profi wandte sich umgehend auf Französisch an die Öffentlichkeit. „Es tut mir leid, dass Kylian Mbappé sich bei unserem Duell verletzt hat“, schrieb er bei Instagram. „Ich wünsche ihm gute Besserung und hoffe, dass er bald wieder auf dem Platz stehen kann.“

Mit welcher Maske es auch sein mag. Das Modell Donatello jedenfalls besitzt Kylian Mbappé schon seit 2017: Seine Teamkollegen von Paris St. Germain haben es ihm damals als Gag überreicht – in einer weißen Dior-Box. Man sagt, zwischen Comicfigur und Fußballer bestehe eine gewisse Ähnlichkeit.
SID, DPA

Artikel 1 von 11