Das sieht nicht gut aus: Kylian Mbappe prallte gegen Österreichs Kevin Danso, die Nase musste aber nicht operiert, sondern nur gerichtet werden. Nun wird eine Spezialmaske angefertigt. © DPA
Wunsch der Fans: Mbappe mit Donatello-Maske. © Twitter
Düsseldorf – Kylian Mbappé war schon wenige Stunden nach seinem furchteinflößenden Nasenbeinbruch wieder halbwegs zu Scherzen aufgelegt. Die französischen Fußballfans sind seit der Nacht auf Dienstag dagegen in großer Aufregung. Kann der Superstar der Équipe Tricolore am Freitag im möglicherweise schon vorentscheidenden Gruppenspiel gegen die Niederlande wieder spielen oder nicht?
Wie die Sportzeitung L‘Équipe meldete, fällt der Superstar für den Vorrunden-Hit aus. Bis Freitag wird er demnach sicher nicht fit, und fraglich ist auch, ob er im Gruppenfinale gegen Polen eingesetzt werden kann (25. Juni). Laut dem französischen Fußballverband FFF war dies noch unklar.
Die Spekulationen sind entsprechend wild. Der Hörfunksender RMC will erfahren haben, dass Mbappé am Freitag beim Vorrundenkracher wieder dabei ist. Mitspieler Adrien Rabiot hält einen Ausfall dagegen für wahrscheinlich. Und RTL Frankreich meldete gar, Frankreichs Kapitän drohe ein Ausfall bis zu einem möglichen Viertelfinale.
Beim 1:0-Zittersieg des EM-Favoriten gegen Ralf Rangnicks wackere Österreicher war Mbappé in der Schlussphase des Spiels mit seinem Gesicht mit voller Wucht auf die Schulter von Kevin Danso geprallt. Blutüberströmt wankte Mbappé nach minutenlanger Behandlung und anschließenden Mätzchen schließlich vom Feld und wurde schnell mit einem Rettungswagen in die Uniklinik Düsseldorf gebracht. Immerhin blieb ihm die befürchtete Operation erspart. Klar ist seit dem frühen Dienstag nur: Die Nase ist gebrochen und Mbappé benötigt eine speziell angefertigte Maske bei seinem nächsten Einsatz. Wann der sein wird? Noch unklar.
„Ideen für Masken?“, schrieb Mbappé kurz nach der Entlassung aus der Klinik wieder bei X, vormals Twitter. Anderen ist weniger zum Schmunzeln zumute. „Es geht ihm gar nicht gut“, sagte Nationaltrainer Didier Deschamps mit ernster Miene: „Die Sache ist kompliziert.“ Schon vor der Rückfahrt ins Teamquartier nach Bad Lippspringe bei Paderborn machte sich Deschamps Gedanken über einen möglichen Ausfall seines Anführers. „Eine französische Nationalmannschaft mit Kylian ist immer stärker“, sagte der 55-Jährige.
Zumal er gegen die starken Niederländer sein Topteam benötigt. Bei einer möglichen Niederlage droht dem Europameister von 1984 und 2000 nur Platz zwei in der Gruppe D und damit ein Achtelfinal-Duell, das in Frankreich niemand will: Mit dem Nachbarn Belgien.
Ohne Mbappé würde sich zudem die gesamte Statik im Spiel der Franzosen verändern. Über den pfeilschnellen künftigen Profi von Real Madrid läuft bei Les Bleus nahezu alles in der Offensive. Auch am Siegtreffer am Montag durch das Eigentor des Mönchengladbachers Maximilian Wöber (38. Minute) war Mbappé direkt beteiligt. JOSÉ CARLOS MENZEL LÓPEZ