Tunnelblick auf die DFB-Stars

von Redaktion

Exklusiver Club: Die VIPs in Stuttgart kommen den Spielern sehr nahe

Vom exklusiven Tunnelclub aus kann man die Spieler „hautnah“ sehen. © IMAGO

Stuttgart – Ein Blick ins Gesicht von Manuel Neuer. Das letzte Abklatschen von Kapitän Ilkay Gündogan mit seinen Teamkollegen. Der motivierte Gang aufs Feld von Bundestrainer Julian Nagelsmann: All das können 200 Besucher am Mittwochabend um kurz vor 18 Uhr nicht nur von Kameras eingefangen, sondern tatsächlich hautnah erleben. Denn diejenigen, die beim zweiten Gruppenspiel der DFB-Elf gegen Schottland das Glück hatten, ein VIP-Ticket mit Einladung in den sogenannten „Tunnel Club“ zu bekommen, haben den restlichen 53 800 Zuschauern im umgebauten Stuttgarter Stadion etwas voraus. Wer an der 360-Grad-Glasfassade sitzt, kann den Weg der beiden Teams vor der Partie, in der Halbzeit und danach ganz genau beobachten. Die DFB-Spieler werden gewissermaßen im Schaukasten sein – und man hofft freilich auf positive Emotionen.

Der exklusive Sponsoren-Bereich liegt im Herzen der umgebauten MHP Arena, die während der EURO „Arena Stuttgart“ heißt und Gastgeber von fünf Spielen ist. Die Premiere am Sonntag – also die Partie zwischen Dänemark und Slowenien (1:1) – war gewissermaßen ein Härtetest, das Fazit beider Trainer kann den deutschen Fans nur gefallen. Matjaz Kek sprach von „geiler Stimmung“ – und hatte Recht. Schon in der Bundesliga können die VfB-Fans ohrenbetäubenden Lärm machen. Als Christian Eriksen am Sonntag zur Führung traf, wurde die Dezibelzahl noch weiter nach oben getrieben. Die Dänen machten so viel Alarm, dass die DFB-Fans erstmal nachlegen müssen. Trainer Kasper Hjulmand schickte einen Gruß in Richtung DFB: „Wir haben es geliebt.“

Kosten des Stadion-Umbaus: Knapp 140 Millionen Euro

Knappe 140 Millionen Euro hat der Umbau gekostet, er wurde – wie sollte es in Stuttgart anders sein? – seit Baubeginn im Juni 2022 immer teurer. Erst vier Heimspiele hat der VfB vor der neuen Haupttribüne bestritten, und als der FC Bayern im April zu Gast war, lag der Staub noch überall. „Ist noch nicht alles fertig hier, das kennt man ja vom Stuttgarter Hauptbahnhof.“, hatte Manuel Neuer mit einem leicht süffisanten Blick auf das unweit entfernt aus dem Ruder laufende Projekt „Stuttgart 21“ gesagt. Der DFB-Kapitän aber schob hinterher, was nach zwei Jahren Baustelle offensichtlich ist: „Sonst ist eine deutliche Verbesserung.“ Medienzentrum, Mannschaftsbereich, alles glänzt nun wunderbar neu in Bad Cannstatt.

Alles bereit also für das nächste Kapitel des geplanten Sommermärchens. Und wer weiß? Womöglich macht Stuttgart sich nur warm für ein mögliches deutsches Viertelfinale am 5. Juli. Dafür wären freudige Gesichter im Tunnel ein gutes Indiz. Die Scheiben VIP-Clubs sind freilich bestens poliert.

HANNA RAIF

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