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von Redaktion

Englands Coach ordnet spezielle „Diät“ an: „Zu viel Lärm“ – Shaw fehlt weiterhin

Fokus auf den Platz: Harry Kane (l.) und Co. sollen sich nicht von Internet-Kommentaren ablenken lassen. © AFP

Der entscheidende Mann: Jude Bellingham schoss England im ersten Gruppenspiel zum Sieg. © Foto: AFP

Frankfurt/Main – Das erste Spiel wurde zwar gewonnen, trotzdem herrscht bei der englischen Nationalmannschaft bislang wenig Euphorie. Nach dem 1:0 im Auftaktspiel gegen Serbien und vor dem zweiten Gruppenduell mit Dänemark (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) setzen die „Three Lions“ deshalb auf neue Maßnahmen, um die Sinne für den ersten Titelgewinn seit 58 Jahren zu schärfen.

Damit seine Spieler nicht durch Kritik und Hass im Netz abgelenkt werden, ordnete Trainer Gareth Southgate eine Social-Media-Diät an: „Es gibt immer mehr Lärm um ein Nationalteam als rund um einen Club“, sagte der 53-Jährige vor dem Duell mit den Dänen: „Millionen Menschen interessieren sich dafür, und auf Social Media hat jeder eine Meinung.“

Gerade die jüngeren Nationalspieler hätten damit zu kämpfen, „sie sagen: ‚Wir haben unser erstes Spiel gewonnen, und trotzdem läuft es jetzt so ab?‘. Das ist eine merkwürdige Erfahrung für sie.“ Gemeinsam mit den erfahrenen Spielern müsse er die Jungen daher „in der Spur halten und ihnen sagen: Unsere eigene Bewertung des Spiels ist die wichtigste.“

Außenverteidiger Kyle Walker, mit 34 einer der Routiniers, schränkt den Kreis der Meinungsgeber während eines Turniers noch stärker ein. „Ich lese so etwas gar nicht“, sagte der Profi von Manchester City und fügte grinsend an: „Ich höre nur, was der Trainer sagt und was meine Mutter sagt. Die findet mich sowieso immer gut, ihr höre ich gerne zu.“

Auf dem Weg zum langersehnten Erfolg muss die Southgate-Elf aber weiterhin auf Luke Shaw verzichten. Ein volles Schaltjahr hat der Schlüsselspieler das Trikot der Three Lions nicht mehr getragen – und die Pause geht vorerst weiter. Auch gegen Dänemark war der Linksverteidiger noch nicht bereit für ein Comeback. Dies sagte Trainer Gareth Southgate am Mittwoch in Frankfurt.

„Luke wird nicht dabei sein. Wir dachten, es würde vielleicht schneller gehen. Er braucht etwas mehr Volumen, er hat heute nicht mit den Jungs trainiert. Er absolviert auch sein Individualprogramm“, sagte Southgate in der Pressekonferenz. Als einziger Profi hatte der Defensivspieler nicht am Abschlusstraining teilnehmen können.

Wegen diverser Muskelverletzungen hat Shaw fast die komplette Saison verpasst. Seit Mitte Februar stand er überhaupt nicht mehr bei einem Spiel auf dem Rasen. Schon vor der Nominierung stellte Southgate klar, dass er eine Berufung von Shaw auch erwäge, wenn dieser nicht rechtzeitig zum Turnierbeginn fit werde. „Wir sind zufrieden, welche Fortschritte er macht“, sagte Southgate damals. Das unterschied Shaw von Innenverteidiger Harry Maguire, den Englands Trainer völlig überraschend außen vor ließ.

Shaw bekleidet im englischen Team eine Problemposition. Während es rechts hinten in Kyle Walker, Kieran Trippier und dem nun im Mittelfeld eingesetzten Trent Alexander-Arnold gleich mehrere Top-Profis gibt, ist die Besetzung mit Trippier links hinten eher eine Notlösung.
DPA/SID

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