Torjubel kann er: Olise traf in 19 Premier-League-Spielen zehn Mal. Dazu legte er gleich sechs Tore auf. Höhepunkt: Ein Doppelpack beim 4:0 gegen Manchester United. © IMAGO
München – Den Vollzug verkündete Boris Becker höchstpersönlich. „Freut mich, dass es geklappt hat“, schrieb die Tennis-Legende am Samstagabend auf X – und kommentierte damit die Personalie, die rund um den FC Bayern am Freitag Fahrt aufgenommen hatte: Der Franzose Michael Olise ist im Anflug und soll in den kommenden Tagen ein Bayer werden. Nach Hiroki Ito bekommt Trainer Vincent Kompany seinen zweiten Neuzugang und einen möglichen neuen Superstar. Kostenpunkt: bis zu 60 Millionen Euro.
Becker hat damit freilich wenig zu tun, aber allein, dass der 22 Jahre alte Flügelflitzer von Crystal Palace ihm einen öffentlichkeitswirksamen Transfertipp wert war, zeigt, was für ein Standing der begehrte französische U-Nationalspieler hat. Mit den Worten „Vincent Kompany, bitte sprich schnell mit Michael Olise! Der FC Bayern würde davon sehr stark profitieren!“ hatte sich Becker am Freitag gemeldet. Hinter den Kulissen wusste man da schon: Olise hat sich für Bayern entschieden, die Ausstiegsklausel von 45 Millionen Pfund (53 Millionen Euro) muss bis zum kommenden Mittwoch gezogen werden. Das Finanzpaket ist groß, aber Sportvorstand Max Eberl und Kompany sind überzeugt vom pfeilschnellen Linksfuß, der in der Premier League seit mehreren Jahren für Furore sorgt.
Bis 2029 soll er gebunden werden. Die Kompany-Bayern nehmen langsam Form an – und es wirkt, als werden die Transfers mit mehr Systematik vollzogen als im Vorjahr (Stichwort: Taskforce). Für Palhinha ist man bereit, bis zu 46 Millionen Euro zu zahlen. Fulham ziert sich noch. Und auch wenn man den Transfer von Xavi Simons intern als „komplex“ bezeichnet, ist eine Ein-Jahres-Leihe des PSG-Mittelfeldspielers das Wunsch-Szenario, Entscheidung wohl erst nach der EURO. Ein Palhinha-Ersatzkandidat soll laut „Bild“ Türkei-Kapitän Hakan Calhanoglu sein. Mal sehen, was Boris Becker dazu sagt. H. RAIF, P. KESSLER