Wieder vereint: Schweinsteiger und Sedlaczek. © jh/ARD
Hallo, liebe Leser dieser Zeitung! Oder, wie wir Mental-Schweizer Ihnen gerne zurufen: Grüezi, liabe Leser vo dere Ziitig! Weil das Europameisterschäftli immer spannender wird, haben wir für Sie wieder kein Ohr zugetan. Beim Fueßballspiel Dütschland geg Schwyz war die große Frage: Macht es Julian Nagelsmann dem guten alten Sepp Herberger nach und verliert absichtlich, um danach den Titel zu holen? Es muss ja kein 3:8 sein. Das wäre für die Schweiz quasi das Wundern von Bern. Hier die TV-Einzelkritik, das Zügnis.
Esther Sedlaczek: Mit ihrer schwarzen Pilotenjacke, einem „lässigen It-Piece“ von Marc O’Polo (199,95 Euro), machte die It-Moderatorin klar, wer hier das Kommando hat. Als ihr Lieblings-Experte mal wieder als Schweini-guck-in-die-Luft abschweifte, begrüßte sie ihn danach spöttisch: „Schön, dass Du wieder da bist.“ Für seinen akrobatischen Pass beim Warmmachen vergab sie nur „Kicker-Note 3“, sehr zum Missfallen vom Schweini: „Wie bitte? Der Thomas hat sich keinen Millimeter bewegen müssen.“ Das isch luschtig gsi. Note 2
Bastian Schweinsteiger: Er hat im XXL-Vorlauf, der länger war als das ganze Spiel, das Gleiche erzählt wie Max Verstappen bei der Formel 1: „Man hat keinen guten Grip.“ Wir lernen: Der eine Weltmeister hat einen Problem-Rasen, der andere Probleme beim Rasen. Was der ARD-Promi-Beauftragte vor dem Anpfiff mit Thomas Müller ratscht, wollte Basti nicht verraten: „Nichts Wichtiges eigentlich.“ Dafür ahnt er schon, was daheim bei der Ana los ist, falls Deutschland im Achtelfinale gegen Serbien spielt: „Da haben wir Emotionen im Haus.“ Klingt unterhaltsam, wir drücken jetzt den Serben die Duume. Note 2
Lea Wagner: Die eisern fröhliche Lea hat sich wie immer sympathisch, aber nicht dramatisch überschäumend vor Temperament, aus der deutschen Kabine gemeldet. Dort hat sie die Schraubstollen von Manuel Neuer befragt. Sie ist die Wohlfühl-Reporterin, die perfekt ins TikTok-Zeitalter passt. Aber man vermisst schon ein bitzli Gerhard Delling, der 27 Stunden am Tag vor dem DFB-Quartier Wache geschoben hat. Das waren noch Zeiten, das sind na Ziite gsi. Note 3
Gerd Gottlob: Er begrüßte die Nation mit einem zünftigen „Moin moin“, dem Grüezi des Nordens. Küsten-Gerd fühlte schon lange vor dem Anpfiff, dass er das Gefühl hat, dass unsere Spieler „extrem konzentriert sind“. Wir sagen mal so: Wäre extrem blöd, wenn’s anders wäre. Wenn Gottlob kommentiert, wechseln sich trantütige Phasen unvermittelt mit explosiven Temperamentsausbrüchen ab („DIE SCHWEEEEEIIIIIIIIZ HAT EINEN GEMACHT!“). Dann wird er zum menschlichen Alphorn. Das tuet i de Ohre weh. Note 3
Thomas Hitzlsperger: Co-Kommentator ist nicht der ideale Job für den klugen Hitz, der lieber über das Große und Ganze des Fußballs referiert. Das klingt dann so: „Dass Toni Kroos mit dem Ball umgehen kann, wissen wir alle.“ Das stimmt. Genau wie seine Beobachtung nach dem nicht gegebenen deutschen 1:0: „Da hat Yann Sommer Glück gehabt, dass das Tor nicht zählte. Sonst hätte er heute Nacht schlecht geschlafen.“ Wo ist Almuth, wenn man sie braucht? Note 4