… dann Spanien? Füllkrug traf im letzten Aufeinandertreffen 2022 zum Ausgleich. © IMAGO
Erst Dänemark..: Poulsen (2021) könnte warten. © Imago
Frankfurt – Die Reiserouten sind grundverschieden – mit Blick auf den Nachhaltigkeitsaspekt aber ist die Sache klar. Die Austragungsorte Dortmund, Stuttgart, München bringen – verbunden mit dem Weg zurück zur DFB-Basisstation in Herzogenaurach – deutlich weniger Kilometer mit sich als die möglichen K.o.-Stationen Berlin, Düsseldorf, Dortmund. Seit gestern Abend und dem 1:1 in der letzten Minute des Gruppenspiels gegen die Schweiz weiß man: Die DFB-Elf denkt nachhaltig. Der Weg ins Finale geht über die näher an Franken gelegenen Stationen.
Das Ziel ist so oder so klar: Die deutsche Nationalmannschaft möchte am 13. Juli die 420 Kilometer nach Berlin hinter sich bringen, um in der Hauptstadt am Tag darauf um den EM-Titel zu spielen. Und das offizielle Wording im Fußballjargon ist bekannt: Wer gewinnen will, muss jeden Gegner schlagen. Daher stand es für Julian Nagelsmann auch nicht zur Debatte, die Rotationsmaschine anzuwerfen und den Gruppensieg bewusst aufs Spiel zu setzen. Das Selbstvertrauen der Stammelf weiter zu stärken, hatte für den 36-Jährigen oberste Priorität. Das heißt aber auch, dass man ein mögliches frühes Duell mit den starken Spaniern in Kauf nimmt. Schon im Viertelfinale könnte es so weit sein, weil Niklas Füllkrug zum Ausgleich traf.
Auf den Ersten der Gruppe A wartet bereits am Samstag das Achtelfinale. In Dortmund geht es gegen den Zweiten der Gruppe C, der am Dienstag seinen letzten Spieltag hat. Aktuell führt England die Gruppe nach einem Sieg und einem Unentschieden an. Wahrscheinlicher als ein K.o.-Duell mit den „Three Lions“ ist daher eine Partie gegen Dänemark oder Slowenien. Die Dänen können sich nach zwei Remis mit einem Sieg gegen Serbien mindestens Platz zwei sichern, EM-Überraschung Slowenien müsste nach ebenso zwei Unentschieden ein Coup gegen England glücken. Serbien hingegen braucht sich eigentlich keine Hoffnungen mehr machen. Nur ein Sieg gegen Dänemark und Englands Schützenhilfe würde zum Weiterkommen helfen. Der weitere Weg weist noch viele Unbekannte auf: Am wahrscheinlichsten ist es aber, dass der Gruppe-A-Sieger im Viertelfinale auf den Ersten der Gruppe B und damit auf Spanien oder Italien trifft.
Eine komplett andere Prognose erwartet den Zweiten der deutschen Gruppe. Die Schweiz bekommt es mit dem Zweiten der Gruppe B zu tun, in der Spanien sich bereits als Sieger für das Achtelfinale qualifiziert hat. Möglicher Gegner in Berlin wären also Italien, das im letzten Gruppenspiel gegen Kroatien einen Punkt braucht. Auch Albanien hat noch Chancen, benötigt aber einen Sieg gegen Spanien und italienische Hilfe. Kroatien hilft auch nur noch ein Dreier gegen Italien und eine Menge Glück, um weiterzukommen. Ein Blick auf den weiteren Weg verspricht große Duelle. Möglich wären England (Viertelfinale), Frankreich (Halbfinale) und Spanien (Finale).
Die kommenden Tage werden Gewissheit bringen. Und so darf man davon ausgehen, dass in Herzogenaurach vor allem am Dienstag abends gemeinsam Fußball geschaut werden wird. Am Mittwoch dann darf man womöglich auch erstmals offiziell darüber reden, wie die Route bis ins Finale aussehen könnte. Während die Logistiker die Reisen planen, wird der Fokus des Teams aber auf den sportlichen Gesichtspunkten liegen. Alle Wege führen schließlich nach Berlin. Egal wie lang und beschwerlich. HANNA RAIF