„Wir können eklig sein“

von Redaktion

ÖFB-Star Sabitzer über die Situation bei der EM und Parallelen zu Dortmund

Stark: Sabitzer (li.) mit Torschütze Baumgartner. © dpa

Sie jubeln wieder: Nach dem 3:1 gegen Polen wittert Geheimfavorit Österreich seine Chance. © Kappeler/dpa

Berlin – „I am from Austria“ – zu den Klängen von Rainhard Fendrichs Österreich-Hymne feierte das ÖFB-Team am Freitagabend im Berliner Olympiastadion das 3:1 gegen Polen. Die umjubelten Torschützen: Gernot Trauner (9. ), Baumgartner (66.) und Arnautovic (78., Elfmeter). Die Chance auf das Achtelfinale in der Todesgruppe mit Frankreich und den Niederlanden lebt. Dementsprechend groß ist die Zuversicht vor dem entscheidenden Vorrunden-Spiel am Dienstag (18 Uhr) gegen die Oranje-Elf. BVB-Star Marcel Sabitzer (30) erklärt im Interview mit unserer Zeitung, worauf es ankommt.

Herr Sabitzer, 3:1 gegen Polen. Ist Österreich mit dem Sieg im Turnier angekommen?

Sicher. Es war ein sehr, sehr wichtiger Sieg. Wir wussten, was auf dem Spiel steht. Wir werden ja so ein bisschen als der Geheimfavorit gehandelt. Aber wir lassen uns nicht davon beeinflussen. Klar bekommt man das als Spieler mit und man macht sich selbst auch Druck.

Nach der Pleite mit Dortmund im Champions-League-Finale gegen Real sind Sie abgetaucht. Wie geht es Ihnen jetzt?

Das sitzt erst mal. Davon muss man sich erholen. Den einen nimmt das mehr mit, den anderen weniger. Ich habe mich da schon sehr down gefühlt. Das hat man auch gesehen, denke ich. Ich habe mir ein bisschen Zeit genommen. Jetzt habe ich wieder Kraft und Bock, hier richtig anzugreifen.

Teamchef Ralf Rangnick lässt die österreichischen Fans sogar vom EM-Titel träumen.

Das ist weit weg. Wir machen unser Ding. Gegen Polen haben wir mal gewonnen. Das ist sehr gut. Am Dienstag machen wir weiter. Das erste Ziel ist, erst mal weiterzukommen.

Worauf kommt es gegen die Niederlande an?

Wir werden mitbestimmen, wie das Spiel laufen und ausgehen wird. Wir versuchen, im Ballbesitz sehr gut zu sein und ruhig raus zuspielen. Wenn wir aber Intensität auf den Platz bringen und sie früh attackieren – das über lange Strecken schaffen –, dann ist das eklig, dann will man nicht gerne gegen uns spielen. Wir müssen auf unserem Level sein, was Intensität und die Arbeit gegen den Ball betrifft. Wenn wir das machen, werden wir unsere Momente bekommen.

Mit dem BVB haben Sie es als Außenseiter ins Finale der Champions League geschafft. Kann man das mit der Situation von Österreich vergleichen? Viele Experten haben den ÖFB auf der Rechnung.

Ich kenne das aus der Champions League, speziell diese Saison. Wenn du mal in der K.o.-Phase in einem Lauf bist, kann alles passieren. Von dem her ist das Wichtigste, die Gruppenphase zu überstehen und ins Achtelfinale zu kommen – und dann schauen wir weiter.

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