Mecker-Regel bald in der Buli?

von Redaktion

Bei der EM dürfen nur Kapitäne mit dem Schiri diskutieren –sonst gibt‘s Gelb. © IMAGO

München – UEFA-Schiri-Boss Roberto Rosetti machte es ganz deutlich: „Das sind Top-Schiedsrichter. Sie ändern ihre Meinung nicht, sie spüren keinen Druck – warum also hingehen?“, erklärte er bereits vor Beginn der EM. Damit meinte der Ex-Referee die ständigen Diskussionen, die nach Entscheidungen der Schiedsrichter entstehen und häufig zu regelrechten Belagerungen führen. Damit ist seit dieser EM Schluss, und das dank einer neuen Regel: Nur noch die Kapitäne dürfen mit dem Schiedsrichter sprechen. Wenn das der Torwart ist, wird ein Stellvertreter bestimmt, auch der vermeintlich Gefoulte oder Foulende dürfen sich nach einem Zweikampf äußern. Für jeden weiteren Diskutanten gibt es Gelb – und vielleicht bald auch in der Bundesliga.

Schließlich teilte der DFB am Mittwoch mit, über eine Einführung der Mecker-Regel nachzudenken. „Die Frage, ob und inwieweit die UEFA-Anweisung künftig auch im deutschen Profifußball zum Tragen kommen soll und wird, besprechen wir intensiv auch gemeinsam mit der DFL und den Zuständigen im DFB für den Spielbetrieb in der 3. Liga und dem DFB-Pokal“, hieß es vonseiten des Verbands. Nach dem Ende der EM werde es dazu eine abschließende Erklärung geben. Bislang führte die Handhabung zu deutlich weniger Rudelbildungen, mehr Verwarnungen gab es trotzdem nicht.

Entsprechend optimistisch zeigte sich auch Bundesliga-Schiri und MagentaTV-Experte Patrick Ittrich: „Natürlich hoffe ich darauf!“, sagte Ittrich in einer Presserunde am Mittwoch und ergänzte, dass er sich die Anweisung „schon vor 15 Jahren gewünscht“ hätte. Bisher gab es demnach immer das Problem, dass einige Schiris Diskussionen strenger unterbinden als andere – durch die klare Regel der UEFA können sie nun „an einem Strang ziehen“. V. TSCHIRPKE, H. RAIF

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