Jude Bellingham spaltet die Meinungen der Fans. © DPA
Gelsenkirchen – Jude Bellingham breitete die Arme ganz weit aus und brüllte gut verständlich zwei Worte, die kaum sinnbildlicher für seine EM-Tage von Deutschland stehen könnten: „Wer sonst?“ Wer sonst sollte in der 95. Minute in einem Achtelfinale Englands Titelträume nach 58 Jahren Tristesse am Leben halten?
Bellingham ist in ganz jungen Jahren zu einem Fußball-Weltstar geworden. Fußballerisch ist der Champions-League-Sieger von Real Madrid über jeden Zweifel erhaben. Das Problem, das viele Experten und Zuschauer mit ihm bei dieser EM haben: Sein Selbstbewusstsein scheint im gleichen Tempo gewachsen zu sein wie seine spielerische Klasse.
Bellingham wird von vielen als äußerst arrogant wahrgenommen. „Er ist erst 21 Jahre alt geworden. Jude ist noch ein junger Kerl und reagiert deswegen auch wie einer“, rechtfertigte Nationaltrainer Gareth Southgate Bellinghams Aussagen nach dem denkwürdigen 2:1 nach Verlängerung gegen die Slowakei im Achtelfinale von Gelsenkirchen.
Seine Teilnahme am anstehenden Viertelfinale gegen die Schweiz am Samstag (18.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) hat Bellingham mit seinem überschwänglichen Jubel sogar riskiert. Weil er nach seinem sehenswerten Tor einen Griff in Richtung der eigenen Genitalien andeutete, ermittelt die UEFA gegen den Jungstar.
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