München – Mittwochnachmittag musste auch Oscar da Silva selbst eine Weile nachdenken, wie sein offizieller Status denn nun eigentlich aussah. Zum FC Barcelona gehört er schon seit geraumer Zeit nicht mehr. Zum FC Bayern noch nicht ganz. „Wahrscheinlich bin ich jetzt arbeitslos“, sagte der 25-Jährige mit gewinnendem Lächeln.
Ganz so weit ist es mit ihm dann doch nicht gekommen. Tags darauf machten der FC Bayern-Basketball dann amtlich, was zuletzt sogar der Deutsche Basketball Bund (DBB) in seinen Kaderlisten verbreitet hatte: Da Silva kehrt in seine Heimatstadt München zurück. Der vielseitige Forward unterschrieb einen Vertrag bis 2027.
Womit für die Bayern auch ein kleiner Makel beseitigt ist. Denn da Silva, dessen Vater Valdemar in München ein Restaurant (Ver o Peso) betreibt, ist ohne Zweifel einer der stärksten Spieler, die die Stadt je hervorgebracht hat – das Bayern-Trikot trug er bislang aber nie. Von der Talentschmiede IBAM zog es ihn ans College nach Stanford, wo er Biologie und Biochemie. Nach Stationen in Ludwigsburg und Berlin spielte er zuletzt zwei Jahre beim spanischen Schwergewicht FC Barcelona.
Dass die Zeit dort früher als geplant endete und sein Vertrag vorzeitig beendet wurde, hat eher mit der Gesamtsituation des Vereins als mit dem deutschen Nationalspieler selbst zu tun. Nach einer wackeligen Saison der Mannschaft planen die Katalanen gerade mal wieder in allen Belangen den Neuaufbau. „Man hat mir gesagt, dass es nichts mit meiner Leistung zu tun hat“, sagte er.
Mit den Bayern hat der Forward bei aller Freude über die Rückkehr in vertraute Gefilde durchaus Großes vor. Auch in der Euroleague, wo die Münchner zuletzt als Tabellen-15. deutlich unter den Erwartungen geblieben waren. „Ich will die Euroleague natürlich spielen, um zu gewinnen“, betonte er, „nicht um ab April zuzuschauen.“
Nicht zu vergessen natürlich das Thema Nationalmannschaft, für die sich da Silva mit einer starken Rolle bei den Bayern empfehlen kann. Ob es vielleicht sogar mit einer Olympia-Teilnahme in diesem Jahr klappt, wird sich in den nächsten Tagen herausstellen. Der Münchner gehört zum vorläufigen Aufgebot, das am Freitag über Düsseldorf nach Köln weiterzieht. Aus dem 16-Mann-Kader muss Gordon Herbert bis zum Beginn der Spiele allerdings noch vier Spieler streichen. Im Vorjahr wurde da Silva kurz vor der WM aus dem Aufgebot genommen.
RP