Kaymer und Langer in Position

von Redaktion

Solider Auftakt der deutschen Golfer bei den BMW Open

Beste Stimmung während der Runde: Bernhard Langer und Martin Kaymer klatschen ab. © STEFAN HEIGL/BMW

Eichenried – Tag eins bei den BMW International Open brachte nicht das große Birdie-Feuerwerk, das der Platz im Golfclub München-Eichenried in der Vergangenheit schon gesehen hat. Der Hauptgrund: der Wind. Der frischte am Nachmittag kräftig auf, teilweise pfiffen Sturmböen über die Anlage. „Das war nicht einfach“, sagte Marcel Siem, der gemeinsam mit Martin Kaymer und Bernhard Langer schon um 7.40 Uhr in der Früh abgeschlagen hatte – und entsprechend zur Mittagszeit fertig war. Doch selbst da blies es schon ganz nett – vor allem aber wechselhaft. „Die Windrichtung war ein wenig anders als normal, ich hab‘ den Platz noch nie so lang empfunden“, resümierte Siem.

Der Sieger der Vorwoche eröffnete das Heimturnier mit einer soliden 71er-Runde (-1). Schlaggleich mit Koryphäe Langer. Der Routinier hatte zwar schlecht geschlafen, war dann aber erstaunt, wie gut es ihm tatsächlich auf dem Platz erging. „Ich habe mich gut gefühlt und hätte sogar noch tiefer spielen können.“ Dafür fielen die Putts allerdings noch nicht. Auf der anderen Seite rettete der 66-Jährige aber auch aus schwierigen Lagen immer wieder ein Par. Auf Loch 3 hatte er sogar zweimal im Folge den Driver zücken müssen – so stramm blies der Gegenwind. Langer nahm es mit Humor: „Dafür hatte ich keine Probleme mit dem Spin auf den weichen Grüns. Den gibt es beim 3er-Holz oder 2er-Hybrid nicht. Vielleicht kann ich’s aber auch einfach nicht.“

Genau das Gegenteil ist der Fall. Langer liegt mit Blick auf den Cut, also den Einzug in die Finalrunden am Wochenende, bestens. „Wir werden sehen“, gab er sich vorsichtig. Mit der Spitze hatten Siem und er nichts zu tun. Selbst Martin Kaymer fehlen mit seinem Ergebnis von 69 Schlägen (-3) drei Schläge auf die Spitze, die kurz vor Schluss der Auftaktrunde der Australier David Micheluzzi bei -6 hielt. Dennoch war der 39-Jährige zufrieden. „Ich hab‘ sehr gut angefangen, nur dann auf den zweiten Neun mir nicht mehr so viele Chancen erspielt.“

Er genoss die Atmosphäre mit Langer und Siem – und den vielen Fans außen herum. Von denen war auch Langer beeindruckt. „Es war richtig herzukommen, um 7.30 Uhr warteten schon hunderte Menschen auf uns – und es wurden immer mehr. Das war Wahnsinn.“ An die 10 000 Zuschauer strömten über den Platz – für einen Donnerstag auf der European Tour wahrlich kein Dauerzustand. Langer lässt für den Start in München gar ein Senior-Majorturnier in den USA kommende Woche sausen. „Aber das bereute ich nicht, das war die richtige Entscheidung.“

Ein anderer großer Name im Turnier legte einen starken Start hin: Der US-Amerikaner Patrick Reed – wie Kaymer Mitglied der LIV-Tour – erhielt eine Einladung. Und er präsentierte sich bestens in Form. „Ich habe das gemacht, was auf dem Platz gefordert wird: Ich habe die Bahnen getroffen und einige Putts gelocht.“ Mit 67 Schlägen zum Auftakt liegt der Ex-Ryder-Cup-Held direkt in Schlagdistanz zur Spitze. Das gilt im weiteren Sinne auch noch für ein deutsches Quartett: Freddy Schott, Matti Schmid, Max Rottluff und Jannik De Bruyn liegen alle bei -2 – und sind noch voll dabei. CHRISTIAN FELLNER

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