Wer schießt Elfer?

von Redaktion

Nagelsmann: Zu viele sind bereit

Stuttgart – „Es gibt noch ein, zwei Fragezeichen, über die wir am letzten Abend diskutieren“, sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann, als er auf seine Aufstellung für das Viertelfinale gegen Spanien angesprochen wurde. Was er am Tag zuvor aber fertig hatte: die Liste von Schützen, falls ein Elfmeterschießen erforderlich sein sollte. „Aber man muss abwarten, wer dann noch auf dem Platz stehen würde.“ Denn: In inklusive Verlängerung 120 Minuten wird sicher gewechselt. Standard-Trainer Mads Buttgereit hat die Nationalspieler die Saison über unter dem Aspekt Strafstoßtauglichkeit in den Vereinen bewertet. Nagelsmann hat auch schon abgefragt innerhalb der Mannschaft, wer antreten wollen würde – „und da haben wir, Stand jetzt, zu viele“.

Ilkay Gündogan, der Kapitän und einer der Elfer-Spezialisten im Team (wenngleich die beiden bisherigen EM-Strafstöße Kai Havertz übernahm), befasst sich mit der speziellen Situation, am Ende eines Abends an den Punkt gehen zu müssen. „Das Schlüsselwort ist Routine. Es geht darum, den Puls nach unten zu bringen und Ruhe zu bewahren und auch in der Lage zu sein, diesen Augenblick zu genießen.“ Simulieren könnte man diese Momente im Training nicht, was im Ernstfall passiert, das entziehe sich jeglicher Berechenbarkeit. „Auch ein Harry Kane, der großartig ist im Fisinhen, hat schon verschossen. Und ich auch oft genug.“

Gündogan setzt aber darauf, dass man in der Lage sein wird, eine positive Entscheidung ohne den Zusatz Elfmeterschießen zu erzwingen. Er setzt dabei auch auf Stuttgart, wo man schon das Gruppenspiel gegen Ungarn bestritt. „Die Atmosphäre“, erinnert Gündogan sich zurück, „war vergleichbar mit Dortmund, das kann uns puschen und helfen.“
GÜK

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