Werners Werder-Achse

von Redaktion

Jugendfreunde Verlaat, Jacobsen und Philipp wiedervereint

Spaß im Trio: Jesper Verlaat mit Thore Jacobsen (l.) und David Philipp beim Fanabend im Trainingslager. © Sampics / C. Pahnke

Windischgarsten – Eine harmonierende Achse auf dem Spielfeld – welcher Verein malt sich das nicht aus? Die Löwen werden künftig so ein Gerüst aus überdurchschnittlich begabten Achsenspielern haben, und nicht nur das: Es werden zugleich drei dicke Freunde sein, über die der Ball aus dem Abwehrzentrum übers defensive Mittelfeld ins Offensivzentrum rollen soll. Hinten Kapitän Jesper Verlaat (28), vor ihm der zweitligaerfahrene Sechser Thore Jacobsen (27, zuletzt Elversberg) – und auf einer der Halbpositionen David Philipp (24, von Viktoria Köln), der in den ersten Testspielen jeweils das 1:0 erzielt hat.

Was das Trio eint, ist neben der Freundschaft die Bremen-Vergangenheit. Verlaat hat mit Jacobsen bei Werder II gespielt (2015 bis 17), im Internat war er Zimmernachbar von Philipp, der wiederum später eine Fußballer-WG mit Jacobsen gebildet hat, ihm sogar sein Bett abtrat und mit dem Sofa vorlieb nahm. Auch später, als die drei Werder-Jungs in der Fußballwelt verstreut waren, Verlaat im Südwesten (Sandhausen, Mannheim), Jacobsen in anderen Ecken Deutschlands (Magdeburg, Saarland), Philipp in NRW und der Niederlande, riss der Kontakt nie ab.

Sportchef Christian Werner wusste das – und hatte einen Plan, der nun aufgegangen ist. Zuerst köderte er Philipp, der nach drei Jahren Köln offen für eine neue Aufgabe war. Später ergab sich ein minimales Zeitfenster, um bei Jacobsen reinzugrätschen, ehe Zweitligisten zuschlugen (Nürnberg, Hertha). Mag sein, dass die Werder-Bande nur ein kleiner Zusatzfaktor war, die Jacobsens Sympathie für einen Wechsel zu 1860 geweckt hat, aber nun ist er da. Und Verlaat ist glücklich, mit seinen Jugendfreunden wiedervereint zu sein. „Der Kreis schließt sich“, sagte der Kapitän zu unserer Zeitung: „Wichtiger als die Freundschaft ist aber, dass alle auf dem Platz ihre Leistung bringen.“

Das fällt natürlich leichter, wenn man sich auch privat wohlfühlt. Philipp berichtete am Fanabend, er sei erstaunt, wie gut das neue Team schon harmoniert. Jacobsen sagte, auch als Junge von der Küste habe er immer eine Liebe zu den Bergen in sich gespürt, gewachsen in vielen Urlauben im Süden Bayerns (zuletzt Oberammergau). Auch ab 2022, als er in Elversberg kickte und Philipp in Köln, habe man sich gegenseitig besucht. Philipp wiederum berichtete, wie es kam, dass er sich mit den drei bzw. vier Jahre älteren Werder-Kollegen angefreundet hat. „Jessy war mein Fahrdienst zum Gymnasium, als er 18 war und ich 14. Nach der Schule haben wir dann oft zusammen FIFA gezockt.“ Natürlich, fügt er hinzu, habe Verlaat keine Chance gehabt. Ihm zuliebe habe er sogar Niederländisch gelernt, als er ein Jahr bei ADO Den Haag war. Und Jacobsen: Zweimal, jeweils während einer Sommervorbereitung, kam der von Leih-Abenteuern zurückgekehrte Profi bei Kumpel Philipp unter. Auch in Windischgarsten, keine Überraschung, bilden die beiden Freunde ein Werder-Doppelzimmer.

Mittel- bis langfristig, so die Rechnung von Sportchef Werner, soll sich diese enge Bande der drei Werder-Jungs für die ganze Mannschaft auszahlen. Jacobsen spricht von einer „geilen Aufgabe“ – und auch Philipp ist heiß, endlich mal die Bastion Grünwalder Stadion als Spieler des Gastgeberteams zu erleben. „Bei 1860“, sagt er, „das waren immer Spiele, wo ich richtig Gänsehaut hatte. Ich freue mich riesig, dass ich den Sprung zu einem so besonderen Verein machen konnte. Und dass Thore und Jessy auch hier sind, das ist natürlich ein Mega-Bonus.“ ULI KELLNER

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