Hamilton siegt im Heimrennen

von Redaktion

Nach 945 Tagen wieder ein Triumph des Briten – Hülkenberg stark

Verdiente Champagner-Dusche: Hamilton fiel nach dem Sieg eine gewaltige Last ab. © EPA

Silverstone – Lewis Hamilton stockte die Stimme, Tränen flossen unter dem Helm, während die britischen Fans unter den 164 000 Zuschauern den Rekordweltmeister nach seiner nächsten beeindruckenden Formel-1-Bestmarke huldigten. Der 39 Jahre alte Superstar feierte am Sonntag bei seinem Heimrennen in Silverstone die triumphale Rückkehr auf Platz eins und drehte mit dem Union Jack die Ehrenrunde nach dem Großen Preis von Großbritannien.

„Das bedeutet mir so viel“, stammelte Hamilton noch im Auto. „Wir werden siegen, wir geben nie auf“, funkte Teamchef Toto Wolff an den Briten, der 945 Tage auf diesen Moment warten musste.

Seinen bis dahin letzten Sieg hatte Hamilton am 5. Dezember 2021 in Saudi-Arabien gefeiert. Insgesamt war es Karriereerfolg Nummer 104. In Silverstone allein war es sein neunter – so viele Siege auf einem Kurs gelangen bislang keinem anderen Piloten in der Motorsport-Königsklasse.

Welche Last vom künftigen Ferrari-Piloten abfiel, wurde mit jeder Sekunde nach der Siegfahrt am 7.7. für den siebenmaligen Weltmeister deutlich. „Seit 2021 habe ich jeden Tag versucht, in die Spur zu kommen. Es war das letzte Mal der britische Grand Prix mit diesem Team, ich wollte diesen Sieg“, sagte Hamilton. Lange umarmte er seinen ebenfalls ergriffenen Vater Anthony, mit der britische Flagge ließ er sich von den Fans und seiner Familie feiern. 2008 hatte er beim Heimspiel zum ersten Mal gewonnen.

Für Max Verstappen blieb beim filmreifen Silverstone-Spektakel nur Platz zwei. Er schob sich dabei in der Schlussphase auch noch an Lando Norris im McLaren vorbei und baute seinen Vorsprung im WM-Klassement auf seinen britischen Kumpel im vorletzten Rennen vor der Sommerpause damit weiter aus. Nun sind es schon 84 Punkte Abstand.

Der 26-Jährige, der eine Woche vorher in Spielberg nach einem Vorfall mit Norris Fünfter geworden war, profitierte allerdings auch von einem Defekt am Mercedes von Österreich-Sieger Georg Russell, für den das actionreiche Rennen im Home of British Motor Racing von der Pole aus vorzeitig zu Ende ging. Einen starken sechsten Platz fuhr Nico Hülkenberg im Haas heraus und bestätigte einmal mehr seine starke Form.
DPA

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