Kroos geht „sehr zufrieden“

von Redaktion

Das DFB-Comeback hat ihm großen Spaß gemacht

Jetzt ist Schluss: Kroos. © dpa

Herzogenaurach – Toni Kroos erwies der Nationalmannschaft noch einen letzten Dienst. „Jetzt, wo Deutschland sein liebstes Kind zurück gewonnen hat: Lasst es nicht mehr los!“, appellierte er nach dem Ende seiner Weltkarriere bei Instagram an die Fans im ganzen Land und schrieb dazu: „Der Weg dieser Mannschaft geht weiter. Und es hilft brutal, wenn ihr auch in schlechten Phasen zu ihr steht.“

Die „spezielle Wärme und Zuneigung“ der deutschen Fußball-Anhänger hat Kroos erst am Ende seiner bemerkenswerten Laufbahn erfahren. Die „Toni, Toni“-Sprechchöre aus Stuttgart klangen ihm noch in den Ohren, als er am Samstagmorgen in einem schwarzen VW-Bus um 10.50 Uhr das EM-Camp verließ. Trotz des bitteren Ausgangs bereute er seine Rückkehr in die Nationalmannschaft nicht. „Die Zeit“, sagte er über sein überraschendes Comeback, sei „sehr gut“ gewesen: „Mir hat es großen Spaß gemacht. Ich bin sehr, sehr zufrieden.“

Und doch war das letzte der 114 Länderspiele (17 Tore, 22 Assists) für ihn schmerzhaft – im doppelten Sinn. Der 34-Jährige wurde beim EM-Aus gegen Spanien in der Verlängerung mehrmals von Krämpfen geplagt.

Dass seine Karriere in Stuttgart endete, werde er „über die nächsten Wochen ein bisschen sacken lassen“, sagte Kroos. Zunächst steht ein Familienurlaub mit Ehefrau Jessica und den Kindern Leon, Amelie und Fin an. „Du bist unser Held und ich danke dir, dass du mich auf diese Reise mitgenommen hast und ich deine Frau sein darf“, schrieb seine „Jessi“ bewegt bei Instagram. Toni antwortete am Sonntag, ebenfalls via Instagram: „Danke an meine wunderschöne Frau @jessica_kroos, dass du so bist, wie du bist. Dieser Erfolg wäre ohne dich nie möglich gewesen. Es ist unser gemeinsamer!“

Bundestrainer Julian Nagelsmann verneigte sich zum Abschied noch einmal vor dem erfolgreichsten deutschen Fußballer. „Er ist ein super Typ, hat eine außergewöhnliche Karriere gemacht, er ist Vorbild für viele Spieler“, so Nagelsmann.

Die Lücke, die der 34-Jährige hinterlässt, ist riesig. Kroos wurde wahlweise als „Metronom“ oder „Taktgeber“ bezeichnet. Die spanische Zeitung „AS“ nannte ihn einmal den „technischen Zeichner“. Nun hat er den Bleistift weggelegt.
SID

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