Zverevs Sieg nach Schreckmoment

von Redaktion

Knie überdehnt, aber Vorstoß ins Achtelfinale – Aus für Struff – Putinzewa schlägt Swiatek

Tribünengast beim Zverev-Match: Fußball-Starcoach Pep Guardiola (Manchester City, früher Bayern) mit Ehefrau Cristina. © dpa

Aus gegen Medwedew: Struff unterlag dem Russen. © IMAGO

Ausgerutscht: Alexander Zverev überdehnte das linke Knie, konnte aber weiterspielen und besiegte den Briten Cameron Norrie in drei Sätzen. © dpa

London – Nach seinem Schreckmoment beim Achtelfinaleinzug in Wimbledon humpelte Alexander Zverev leicht, als er mit einer Bandage ums linke Knie die Treppe hinaufkam. Für den letzten verbliebenen deutschen Tennis-Hoffnungsträger geht es beim bedeutendsten Rasenturnier der Welt um die Viertelfinal-Premiere und die Jagd auf den ersehnten ersten Grand-Slam-Titel. Nach seinem Sturz in der dritten Runde gegen den Briten Cameron Norrie bereitet sein Knie etwas Sorgen. Die Blessur ist aber offenbar nicht gravierend, wie erste Untersuchungen ergaben.

„Ich habe gerade Schmerzen“, sagte der French-Open-Finalist nach dem 6:4, 6:4, 7:6 (17:15) gegen Norrie. Er fügte aber gleich hinzu: „Ich glaube nicht, dass es so unfassbar ernst sein kann, sonst hätte ich auch nicht so weiter gespielt, wie ich gespielt habe.“ Zverevs kommender Gegner ist an diesem Montag Taylor Fritz (USA), der sich in drei Sätzen gegen den Chilenen Alejandro Tabilo durchsetzte.

Kurze Erinnerung an Paris

Nach dem souverän gewonnenen ersten Satz gegen Norrie war Zverev zu Beginn des zweiten Satzes auf dem Centre Court beim Stande von 2:2 dicht am Schiedsrichterstuhl auf dem Rasen weggerutscht, er überdehnte dabei das Knie – und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen.

Kurz wurden da Erinnerungen an seine schwere Fußverletzung vom French-Open-Halbfinale 2022 gegen den Spanier Rafael Nadal wach. Diesmal hielt sich Zverev das linke Knie. Es kam zwar ein Physiotherapeut auf den Platz, Zverev (27) verzichtete dann aber sogar auf eine medizinische Auszeit und spielte kurz darauf weiter.

„Natürlich war ich eingeschränkt“, sagte Zverev später. Er fügte hinzu: „Ich bin vielleicht nicht jedem Ball hinterhergelaufen, aber trotzdem habe ich mich immer noch gut genug bewegt, um gegen einen schwierigen Gegner in drei Sätzen zu gewinnen.“

Über einen Gast bei seinem Auftritt auf dem Centre Court freute sich Zverev ganz besonders. Fußball-Starcoach Pep Guardiola saß auf der Tribüne. „Als ich Pep gesehen habe, bin ich für ein paar Spiele so nervös geworden“, sagte der 27-Jährige über den Ex-Bayern-Trainer und jetzigen Coach des englischen Topclubs Manchester City, mit dem er nach dem Spiel im VIP-Bereich plauderte.

Während Zverev nun darauf hofft, für das Duell mit Fritz fit zu sein, ist das Wimbledon-Turnier für Jan-Lennard Struff beendet. Der zweitbeste deutsche Tennisprofi verlor die Fortsetzung seines über zwei Tage laufenden Drittrunden-Matches gegen Daniil Medwedew aus Russland 1:6, 3:6, 6:4, 6:7 (3:7). Damit muss der Sauerländer nach einer Regen-Hängepartie weiter auf sein erstes Achtelfinale beim Rasenklassiker warten.

Swiateks erste Pleite nach 21 Siegen

Bei den Frauen gelang Julija Putinzewa (29) ein großer Coup: Die Kasachin schaltete die Weltranglistenerste Iga Swiatek aus. Putinzewa kämpfte die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin aus Polen mit 3:6, 6:1, 6:2 nieder. „Ich habe keine Worte dafür, was mir gerade gelungen ist“, sagte Putinzewa, die in der ersten Runde Angelique Kerber bezwungen. Für Swiatek war es die erste Niederlage nach 21 Siegen in Serie. Putinzewa fordert nun Jelena Ostapenko aus Lettland heraus. Wie Swiatek ausgeschieden ist die zweimalige Wimbledon-Finalistin Ons Jabeur (Tunesien), die Elina Switolina (Ukraine) mit 1:6, 6:7 (4:7) unterlag.
DPA

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