FOOTBALL

Gegner bleibt in der Kabine

von Redaktion

Ravens führen 54:0 – dann mag Barcelona nicht mehr

Ravens-Coach Kendral Ellison hielt nach dem Abbruch eine Ansprache. © Lina Bollig

Barcelona/München – Du führst zur Halbzeit 54:0 und dann kommt der Gegner erst gar nicht mehr aus der Kabine. Klingt nach Kreisliga, so passiert aber am Wochenende in einer Liga, die die Beste Europas sein will. In der European League of Football (ELF) warteten die Munich Ravens nach der komfortablen Führung vergeblich auf die Heimmannschaft. Unter der Woche hatte David Shelton, Trainer der Barcelona Dragons, hingeworfen. Zuvor war sein Sohn Dominique Shelton entlassen worden. Wenige Stunden vor der Partie verabschiedete sich auch Defensive Coordinator Darion Simmons. Die Konflikte innerhalb des Teams, hier soll es um die Personalpolitik des Vereins gehen, sorgten dafür, dass Barcelona deutlich ersatzgeschwächt antrat. Geht in Barcelona bald das Licht aus? Aus der ELF mussten sich bereits die Leipzig Kings aufgrund von finanziellen Problemen zurückziehen, auch bei den Prag Lions gab es massive Probleme, Spieler warteten teilweise monatelang auf ihr Gehalt.

In einem offiziellen Statement der Liga hieß es, dass man die Verantwortlichen der Dragons sofort kontaktiert habe und der Abbruch aufgrund des Mangels ausreichender Spieler und somit einem erhöhten Verletzungsrisiko begründet wurde. Ravens-Coach Kendral Ellison versammelte nach dem vorzeitigen Feierabend beide Mannschaften auf dem Feld und sprach den Barcelona-Spielern, die trotz der Umstände aufgelaufen waren, Mut zu. Am Sonntag meldete sich Cesare Brugnani, Linebacker der Ravens, zu Wort: „Leute, die mich gut kennen, wissen, dass ich nicht schnell aufgebe, aber wir haben diese Entscheidung als Team getroffen, mit all dem Schmerz in unseren Herzen, weil wir mental nicht da waren.“ Man habe die ganze Woche über mit Widrigkeiten zu kämpfen gehabt.

Die Munich Ravens stehen nun bei drei Siegen und drei Niederlagen, das nächste Heimspiel findet am 21. Juli im Sportpark Unterhaching (Kickoff 13 Uhr, Gegner Helvetic Mercenaries) statt. Zur kuriosen Partie in Barcelona sagte Ravens-Manager Sebastian Stolz: „Wir hoffen, dass die Barcelona Dragons schnell wieder auf die Beine kommen. Hier gibt es zu viele tolle Menschen, die tagtäglich alles für den Erfolg der Franchise geben. Sie und ihre Fans haben es verdient, Football in Barcelona zu sehen.“
NMS

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