Zverev bricht ein

von Redaktion

Wimbledon-Fluch hält an: Fritz dreht das Achtelfinale nach 0:2-Rückstand

Es soll nicht sein: Beim Klassiker von Wimbledon war für Zverev immer spätestens im Achtelfinale Schluss. © EPA/Ireland

London – Für Tennis-Olympiasieger Alexander Zverev ist der Traum vom Wimbledon-Coup jäh zu Ende gegangen. Mit bandagiertem Knie scheiterte der deutsche Spitzenspieler im Achtelfinale trotz einer 2:0-Satzführung mit 6:4, 7:6 (7:4), 4:6, 6:7 (3:7), 3:6 gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz. Damit fällt seine Viertelfinal-Premiere beim bedeutungsvollen Rasen-Grand-Slam-Turnier einmal mehr aus.

Zwei Sätze lang sah Zverev wie der sichere Sieger aus, dann aber kippte die Partie. Einen Monat nach seinem dramatisch verlorenen French-Open-Finale reist der gebürtige Hamburger für seine Ansprüche viel zu früh wieder ab und muss die Jagd auf den ersten Grand-Slam-Titel verschieben … Nach seinem unglücklichen Wegrutschen auf dem Rasen zwei Tage zuvor, die Schmerzen im linken Knie zur Folge hatte, spielte Zverev mit einer Bandage. Gegen Cameron Norrie hatte er sich das Knie überdehnt, als er zu einem Stoppball lief und die Richtung wechseln wollte. Inwiefern ihn dies groß beeinträchtigte, war von den Rängen schwer zu beurteilen.

Für die Aufgabe gegen den mit Abstand besten Gegner im bisherigen Turnierverlauf streifte sich der Weltranglisten-Vierte eine graue Bandage über das linke Knie. Darunter sei er zudem getapt, wie der ältere Bruder und Manager Mischa Zverev nach dem Einschlagen auf den angrenzenden Trainingsplätzen beim Streamingdienst Prime Video sagte.

Zverev fühle sich „gut“, so der Bruder. „Es kann nix kaputtgehen, es wird schon mal weh tun. Aber: Auf die Zähne beißen und durch.“ Doch es reichte am Ende nicht. Zwei Sätze lang war Zverev der bessere Spieler, immer wenn es darauf ankam. Weil er konstanter agierte, entschied er den Tiebreak und damit auch den zweiten Durchgang für sich. Dann ließ Zverev nach, fabrizierte mehr Fehler – und kassierte mit einem Doppelfehler den ersten Aufschlagverlust im Turnier zum 4:5.

Die Souveränität war dahin, Zverev wirkte wackliger. Bei 2:2 kassierte der gebürtige Norddeutsche eine Verwarnung, weil er sich beim Aufschlag zu viel Zeit ließ.

Der US-Amerikaner wurde dagegen immer besser, dominierte zunehmend die Ballwechsel. Im Tiebreak des vierten Satzes blieb Zverev chancenlos.

Die Partie wurde zu einer Belastungsprobe. Zverev musste für seine Punktgewinne ackern und geriet immer mehr in die Defensive. Das Break zum 1:3 im fünften Satz holte der letzte im Einzel verbliebene deutsche Hoffnungsträger nicht mehr auf.

Trotz seiner nach seinen Worten neu entwickelten Liebe zum Rasen geht der Wimbledon-Fluch für ihn damit weiter. Der French-Open-Finalist von 2024 und US-Open-Finalist von 2020 verabschiedete sich beim Grand-Slam-Turnier auf Rasen immer spätestens im Achtelfinale.
DPA

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