Neuer Wind mit Vini

von Redaktion

Bayern-Coach Kompany setzt bei den Trainingseinheiten auf hohe Intensität

Fordernd: Der neue Bayern-Coach Vincent Kompany. Hier treibt er Leon Goretzka im Training an. © IMAGO

München – Es weht jetzt ein anderer Wind an der Säbener Straße. Nach der ersten titellosen Saison seit 2012 soll Vincent Kompany den FC Bayern wieder in erfolgreichere Zeiten führen. Und dabei setzt der Nachfolger von Thomas Tuchel in den Einheiten als Münchner Trainer auf hohe Intensität. Das brachte die Nicht-Nationalspieler und Talente zum Start der Sommer-Vorbereitung vergangene Woche ordentlich ins Schwitzen.

Auffällig bei den rund zweistündigen Trainings: Während des Aufwärmprogramms lässt Kompany House-Musik über eine Lautsprecherbox abspielen. Wie die unsere Zeitung erfuhr, ist die Idee dahinter, schon das Warmup, das Spieler oft als lästige Pflicht sehen, mit mehr Leben und Stimmung zu füllen.

Ebenso wohldurchdacht ist auch, dass Athletik-Trainer Bram Geers beim Warmmachen bereits auf eine Spielform setzt. So hat die Mannschaft eine Übung mit Ball mehr als viele andere Teams.

Kompany hat all seine sieben Assistenten mit auf dem Rasen: Fitness-Chef Walter Gfrerer, Torwart-Trainer Michael Rechner, seine Co-Trainer René Maric, Aaron Danks und Floribert N‘Galula, Athletik-Coach Geers sowie seinen Jugendfreund und persönlichen Assistenten Rodyse Munienge.

Das Trainerteam will im Training aktuell unter anderem den Spielaufbau unter Druck und das Umschaltspiel in beide Richtungen verbessern. Bei der Analyse der Vorsaison merkten Kompany & Co., dass die Bayern beispielsweise Probleme gegen Gegner hatten, die hohes Pressing betrieben. Zudem ist den Coaches wichtig, dass die Spieler Situationen konstant fertigspielen, aufmerksam bleiben und bis zum Ende durchziehen – auch, wenn sie bereits müde sind.

Der Torabschluss spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Unter Tuchel führte der FC Bayern in der Vorsaison zwar das Bundesliga-Ranking bei den Expected Goals (zu erwartende Treffer, d. Red.) mit einem Top-Wert von 87,2 wieder an. Dennoch soll die Effizienz noch besser werden.

Kompany ist extrem penibel. Der Belgier rennt bei fast jeder Übung mit und treibt seine Stars an. Kleinste Fehler und Details korrigiert er sofort. Immer wieder stoppt er Spielformen. Dabei erinnert Kompany an seinen einstigen Lehrmeister Pep Guardiola, der von 2013 bis 2016 FCB-Coach war und in München noch immer geschätzt wird.

Der frühere belgische Abwehrstar war von Sommer 2016 bis 2019 Kapitän des katalanischen Star-Trainers bei Manchester City. Pep sei „ein Auslöser“ dafür gewesen, die Trainerlaufbahn einzuschlagen, verriet Kompany mal.

Im Gegensatz zu Tuchel redet Kompany in seiner Anfangszeit als Bayern-Trainer viel mit den Spielern, auch mit den Talenten, die aktuell die Trainingsgruppe vervollständigen. Kommunikation wollen der Belgier und seine Assistenten auch von den Stars selbst sehen bzw. hören. Beim öffentlichen Training, bei dem Kompany nicht im Schongang arbeiten ließ, wurde Abwehr-Star Eric Dier ermutigt, während einer Übung seine Mitspieler zu coachen.

Am Sonntag war frei. Heute geht es ins Trainingslager am Tegernsee. Die Einheit um 18 Uhr auf dem Sportplatz in Rottach-Egern ist öffentlich.
P. KESSLER, V. TSCHIRPKE

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