Volles Vertrauen in die Behörden: Israels NOK-Präsidentin Yael Arad. © Imago
Paris – Polizisten riegeln Terminal drei am Flughafen Charles de Gaulle weiträumig ab, dann geht es für die israelische Mannschaft per Eskorte mit Bussen ins Olympische Dorf. Die 88 Sportlerinnen und Sportler starteten gleich nach der Landung in ihre olympische Realität. Von befreiten Spielen kann keine Rede sein, ein mulmiges Gefühl schwingt stets mit. Ausschlussforderungen von Palästina, gespaltene Meinungen im Gastgeberland – und gar konkrete Drohungen: Die Auswirkungen des Hamas-Konflikts sind auch in den Tagen von Paris omnipräsent.
„Unser erster Sieg ist, dass wir hier sind, dass wir nicht aufgegeben haben und seit dem 7. Oktober an Hunderten von Wettkämpfen teilgenommen haben“, sagte Israels NOK-Präsidentin Yael Arad kämpferisch: „Es ist kein Geheimnis, dass diese Olympischen Spiele für uns alle ein wenig schwieriger sind. Aber wir haben volles Vertrauen in die Organisation der Sicherheit.“ Nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel sind die Behörden sensibilisiert.
Polizei und Militär Frankreichs haben eine besondere Habachtstellung, zudem wird die israelische Delegation rund um die Uhr vom heimischen Geheimdienst Shin Bet bewacht. Beim Abschlusstraining der Fußballer vor dem Auftaktspiel gegen Mali wurde der Parc des Princes einer Anti-Terror-Einheit abgeriegelt – die Gefahrenlage ist konkret.
Schließlich soll es vor der Ankunft der Mannschaft bereits Drohungen gegeben haben. Laut Medien hätten 15 Athleten identische E-Mails erhalten. In diesen wurde gedroht, die Gräueltaten des Münchner Massakers während Olympia 1972 zu wiederholen.
SID