Gesa Krause startet über 3000 Meter Hindernis © IMAGO
Kitesurferin Leonie Meyer mit Sohn Levi – geboren 2021. © Instagram
Dehnprogramm mit Töchterchen Lola. © Instagram
Mit der ganzen Familie in Paris: Beachvolleyball-Olympiasiegerin Laura Ludwig mit Ehemann Imonefe und den Söhnen Teo und Lenny. © Instagram/Ludwig
Als Mama nach Paris? Auch einige deutsche Topsportlerinnen haben das geschafft: Angie Kerber zum Beispiel (siehe Seite 25), und das Trio Gesa Krause, Leonie Meyer und Laura Ludwig. Wir haben mit ihnen gesprochen.
■ Gesa Krause
Es waren ereignisreiche 15 Monate für Gesa Krause. Im April 2023 kam Lola Emilia auf die Welt. Beim Silvesterlauf 2023 in Trier gab Krause bereits ihr Comeback und nun steht sie vor der Teilnahme an ihren vierten Olympischen Spielen. In Paris greift die 3000-m-Hindernisläuferin ab dem 4. August ein. Sie spricht vom „besondersten, emotionalsten und anstrengendsten Jahr meines Lebens und ich liebe jede Sekunde daran.“ Die 31-Jährige trainierte auch während der Schwangerschaft, bis zu einem Tag vor der Geburt, immer in Absprache mit den Ärzten. Am zehnten Tag nach der Geburt stand sie erstmals wieder auf dem Crosstrainer, vier Wochen nach der Entbindung lief Krause wieder.
„Mein Trainer und ich haben viel am Training umstellen müssen“, sagt sie unserer Zeitung: „Wirklich viele Erfahrungswerte, an denen man sich orientieren kann, gibt es hier leider nicht. Mittlerweile haben wir den Dreh raus und ich hoffe all meine Erkenntnisse an kommende Mütter weitergeben zu können.“ Lola und ihr Mann Robert Blumenritt unterstützen in Paris, die Familie hilft immer wieder bei der Betreuung. „All das hat uns noch enger zusammengeschweißt und motiviert mich noch mal alles in die Waagschale zu schmeißen.“
■ Leonie Meyer
Wie Leonie Meyer das alles unter einen Hut bekommt, weiß sie manchmal selbst nicht. Im Mai 2021 die Geburt von Sohn Levi, im Oktober 2021 der Abschluss des zweiten Staatsexamens im Medizinstudium. 800 Stunden musste sie dafür lernen, daneben Leistungssport und Familie. Aber Meyer, die während Trainingslagern und Wettkämpfen meist in einem Van wohnt, hat es geschafft. „In den Momenten, in denen ich nicht dran geglaubt habe, haben andere an mich geglaubt. Ohne die Unterstützung von meiner Familie und meinem Partner hätte ich das nicht wuppen können“, hätte ich mir meinen Lebenstraum nicht erfüllen können“, sagt die Kitesurferin unserer Zeitung.
Sohn Levi leidet an einer seltenen Unterschenkelfehlbildung, musste schon mehrfach operiert werden. Mit einem Fixateur lässt er sich aber nicht bremsen, fährt Roller oder hängt im Klettergerüst. „Er ist ein absolutes Vorbild und inspiriert.“ An seinem dritten Geburtstag hat er direkt das Fahrradfahren gelernt. „Er ist super lustig und redet viel, er ist optimistisch. Da sind wir mega stolz drauf.“ Lange konnte sich die 31-Jährige nicht vorstellen, dass Familie und Leistungssport zusammenpasst. Nun will sie bei Olympia „mit Kind auf dem Treppchen stehen“ und im November startet dann schon das praktische Jahr als Ärztin.“
■ Laura Ludwig
Geht es nach Teo Jonston Bowes, dann muss sich Laura Ludwig möglicherweise noch auf eine längere olympische Zukunft einstellen. Ihr älterer Sohn hat Deutschlands Beachvolleyball-Königin angewiesen, dass „ich erst aufhören darf, wenn ich noch einmal Gold gewonnen habe“. Sie weiß selbst: Das könnte schwierig werden. Das zeigte sich bei ihrem Auftakt in Paris gestern Abend: An der Seite von Louisa Lippmann verlor sie gegen die Französinnen Lezana Placette und Alexia Richard 0:2 (14:21, 20:22).
Es ist schon eine Kunst für sich, dass sie bereits ihre zweiten Spiele als Mutter erlebt. Was in Ludwigs Fall eigentlich nur deshalb möglich ist, weil sie neben einer aktiven Sponsorenlandschaft auch eine Familie hat, die das Vorhaben unterstützt. Soweit als möglich zogen die beiden Söhne Teo Johnston und Lenny Mathias in den beiden letzten Jahren mit um die Welt, was für sie „eine wahnsinnige Motivation“ ist.
Ehemann Imonefe Bowes hatte sie und Louisa Lippmann sogar als Trainer unterstützt. Zum Jahreswechsel allerdings zog er die Reißlinie. Gab die Verantwortung an Simon Nausch weiter, um sich der Betreuung der Familie zu widmen. .
N. SCHMITZ, P. REICHELT