Wird Tah jetzt richtig teuer?

von Redaktion

Ito-Verletzung bringt Bayerns Pläne durcheinander – und de Ligt in den Fokus

Stand jetzt Bayern-Spieler: Matthijs de Ligt hat Vertrag bis 2027. Anfang August kommt er aus dem Urlaub. © IMAGO

Hat Einiges zu tun: Max Eberl bastelt am Kader – die Ito-Verletzung passt da freilich nicht. © IMAGO

Mit Leverkusen im Trainingslager: Bayern-Kandidat Jonathan Tah. © Instagram

Düren – Gegen Düren wollte der FC Bayern nur ein altes Versprechen einlösen. Weil die DFB-Pokalpartie gegen den Regionalligisten im Oktober 2020 aufgrund der Corona-Pandemie in die Allianz Arena verlegt wurde, holte der FCB sein Gastspiel in Nordrhein Westfalen am Sonntag als Test nach (1:1).

Diesen Gefallen muss der FCB nun bitter bezahlen: In Hiroki Ito verletzte sich ein teurer Neuzugang (30 Mio. Euro) bei seinem Startelfdebüt schwer. Der Bruch im rechten Mittelfuß dürfte den Innenverteidiger zwei bis drei Monate außer Gefecht setzen. Neben dem sportlichen Schaden – Ito passt mit seinem starken Passspiel hervorragend in die neue, auf Ballbesitz ausgerichtete Spielweise von Trainer Vincent Kompany – droht der Ausfall auch wirtschaftlich zu einer Herausforderung zu werden.

Der FC Bayern baggert schließlich schon länger an Jonathan Tah, verbesserte sein Angebot für den Innenverteidiger zuletzt auf geschätzte 20 Millionen Euro. Der Ito-Ausfall bringt die FCB-Bosse in eine schwierige Verhandlungsposition. Schließlich weiß man in Leverkusen, dass der Rekordmeister nun erst recht einen weiteren Defensivmann braucht. Auch das Risiko eines ablösefreien Tah-Abgangs (Vertrag bis 2025), auf den die Münchner hätten spekulieren können, ist für Bayer wesentlich geringer geworden. Max Eberl wollte sich nach Abpfiff gegen Düren nicht in die Karten schauen lassen, sagte lediglich: „Erst mal haben wir einen sehr guten, sehr großen Kader. Verletzungen passieren.“

Sollte Leverkusen zu viel verlangen, könnten auch günstigere Alternativen in den Fokus rücken – andere Vereine dürften ihre Ablöseforderungen für mögliche FCB-Kandidaten aber ebenfalls erhöhen. Und so rückt auch Matthijs de Ligt wieder in den Fokus, für den ein Abgang so gut wie beschlossen schien. Manchester United hat weiter Interesse, ist aber weit davon entfernt, die 50 von Bayern geforderten Millionen Euro zu zahlen. Am Freitag soll der Niederländer ins Training einsteigen. Bereits gestern kamen die deutschen Nationalspieler aus dem Urlaub. Außerdem fuhr Neuzugang Joao Palhinha erstmals an der Säbener Straße vor, wo er heute Nachmittag offiziell vorgestellt wird.

Er traf auf neue Kollegen, die den Stimmungsdämpfer vom 1:1 gegen Düren noch verdauen mussten. Der Sonntag war ein Chaos-Tag. Das Gegentor fiel nach einem Slapstick-Moment zwischen Josip Stanisic und Sven Ulreich. Einen Pass des Leih-Rückkehrers konnte Ulreich nicht richtig verarbeiten, der Ball sprang vor die Füße von Rafeal Garcia, der mühelos einschob. Nestory Irankunda rettete den Rekordmeister mit seinem Treffer (69.) vor einer Pleite, ansonsten gab es wenige Lichtblicke. Sportdirektor Christoph Freund sagte: „Wir haben uns das schon ein bisschen anders vorgestellt. Wir wollen besser Fußball spielen, mehr Spaß dabei haben.“

Passend dazu gab es in der Anfangsphase Probleme, das Testspiel über den Stream auf der Online-Seite des FC Bayern zu verfolgen. Rund ums Stadion kamen außerdem viele der 9000 Zuschauer aufgrund von Straßensperrungen und Staus zu spät. Und nach Abpfiff stürmten unzählige Kinder den Rasen und belagerten die Bayern-Profis mit Selfie-Wünschen.
VINZENT TSCHIRPKE

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