Alles neu mit Kompany

von Redaktion

„Handschrift“: Dominanz und Risiko

Intensiv: Kompany will hoch pressen lassen. © IMAGO

Seoul – Um 06.45 Uhr war es soweit. Der FC Bayern landete nach dem 13-stündigen Flug aus Seoul wieder in München, hinter ihm lag ein straffes Programm: In den insgesamt noch nicht mal vier vollen Tagen vor Ort (samt Zeitverschiebung und Flugdauer war das Team insgesamt nur 86 Stunden in Korea) absolvierten Kimmich, Müller und Co. diverse Marketingtermine, Begrüßungsessen (Barbecue) und Abschlussdinner im noblen Naru Hotel.

Zwischendurch stand auch noch ein Testspiel an – das der FCB nicht nur mit 2:1 gegen Tottenham gewann, sondern in dem sich vor allem erste Anzeichen dafür erkennen ließen, wie Trainer Vincent Kompany in Zukunft spielen lassen will. Immer wieder presste sein Team extrem hoch, ließ dabei fast über den ganzen Platz Mann-gegen-Mann verteidigen. „Wer mich und meine Spielweise kennt, weiß, dass ich schon eher ein Freund des Pressings bin“, sagte ein demonstrativ gut gelaunter Thomas Müller nach der Partie, in der der Führungstreffer durch einen solch hohen Ballgewinn fiel. Auch Kimmich lobte die „Handschrift“ des Trainers, die jedoch auch mit Risiken verbunden ist: Verliert ein Spieler den Zweikampf, entsteht für den Gegner schnell eine Überzahl – anders als bei der herkömmlichen Raum-Verteidigung, wie sie Thomas Tuchel oft spielen ließ.

„Du gehst irgendwo all-in“ beschrieb Konrad Laimer dieses Risiko. Er glaube aber mit der neuen Spielweise „sehr dominierend“ auftreten zu können. Max Eberl freute sich über die „hohe Energie, Laufbereitschaft, Intensität“. Gleichzeitig fügte er an: „Ob wir immer so hoch pressen und Mann gegen Mann spielen, wird sich über die Saison zeigen“ – und hängt wohl auch vom jeweiligen Gegner ab. Laut Eberl komme Attraktivität schließlich „über die Ergebnisse. Attraktiv und keine Ergebnisse führt irgendwann zum Verlieren – und das wollen wir gar nicht.“
VT

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