Das Ende eines goldenen Traums

von Redaktion

Erkenntnis der deutschen Basketballer aus verlorenem Halbfinale: „Es ist kein Videospiel“

Diesmal hebt Frankreich ab: Isaia Cordinier feiert den knappen Sieg gegen Weltmeister Deutschland. © AFP/DAMIEN MEYER

Nach dem letzten Verzweiflungswurf von Dennis Schröder versteinerte such die Miene von Bundestrainer Gordon Herbert, Edelfan Dirk Nowitzki applaudierte den deutschen Basketballern für ihren großen Kampf – doch der Gold-Traum bei Olympia ist geplatzt. Beim Wiedersehen im Hexenkessel von Paris war Gastgeber Frankreich in einem Nervenkrimi einen Tick zu stark, für die Weltmeister um Kapitän Schröder geht es nach dem 69:73 (33:33) am Samstag gegen Serbien (unterlag den USA 91:95) um Bronze.

„Es ist bitter. Nach den letzten zwei drei Jahren hätten wir das verdient gehabt“, sagte Andreas Obst: „Aber jetzt müssen wir schnell den Fokus auf das nächste Spiel legen. Es gibt noch eine Medaille zu gewinnen.“ NBA-Star Franz Wagner meinte nach der durchwachsenen Leistung: „Das ist kein Videospiel, man spielt nicht immer perfekt.“ Das schwache zweite Viertel mit nur acht Punkten war der deutschen Mannschaft, die Frankreich vor sechs Tagen in der Gruppenphase noch klar beherrscht hatte (85:71), zum Verhängnis geworden. In der spannenden Schlussphase scheiterte die Aufholjagd.

Die deutsche Mannschaft schien sich in einigen Phasen von der elektrisierenden Atmosphäre in Paris phasenweise beeindrucken zu lassen, Schröder stemmte sich als bester Werfer des DBB-Teams (18 Punkte) vergeblich gegen die bittere Niederlage. Angeführt von Topscorer Guerschon Yabusele (17) gelang der französischen Auswahl vor dem euphorisierten Heimpublikum die Revanche für die Pleite in der Gruppenphase. Während die Franzosen, Olympia-Zweite von 2021, vor dem Finale am Samstag (21.30 Uhr) gegen die USA eine Medaille sicher haben, bleibt Schröder und Co. das Spiel um Platz drei.

Es winkt dennoch die dritte Medaille beim dritten großen Turnier nacheinander – und ein mehr als versöhnliches Ende der Erfolgsära von Bundestrainer Gordon Herbert. Für den Kanadier wird das Duell um Bronze das letzte Spiel mit der Nationalmannschaft sein. Nach Platz drei bei der Heim-EM 2022 und WM-Gold 2023 wechselt Herbert zu Bayern München. „Ich gebe alles“, hatte Schröder zuletzt betont, „um ihm seinen Traum zu erfüllen.“

Der Anführer war es auch, der den deutschen Basketballern im Zusammenspiel mit dem starken Franz Wagner einen Traumstart bescherte. Es waren keine drei Minuten gespielt, da lag die DBB-Auswahl bereits zehn Punkte vorne – und schien trotz der hitzigen Atmosphäre alles im Griff zu haben. Der Anfangsschwung verflog aber schnell. Zunächst hielt Daniel Theis den französischen Ausnahmekönner Wembanyama ordentlich in Schach, doch dem deutschen Team unterliefen in der Folge immer mehr Fehler. Als der 2,24 m große Wembanyama erst hinten blockte und dann zum Ausgleich traf (33:33), tobten die Fans in der Halle. Am Ende kam er auf elf Punkte.

Die DBB-Auswahl spielte ein katastrophales zweites Viertel. Dazu geriet sie direkt nach der Pause gegen immer selbstbewusster aufspielenden Franzosen erstmals in Rückstand.
SID

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