Nächster Versuch: 2025

von Redaktion

Zaragoza sucht sein Glück in Spanien

München – Wie groß dieses Missverständnis ist, das der FC Bayern sich da im Winter eingebrockt hat, konnte man schon in März erahnen. Als die Akklimatisierung von Bryan Zaragoza bei seinem neuen Arbeitgeber eigentlich abgeschlossen sein sollte und das Spiel bei Aufsteiger Darmstadt anstand, hatten einige mit dem ersten Startelfeinsatz des Neuzugangs gerechnet. Thomas Tuchel aber plante anders mit dem 22-Jährigen. Nicht mal auf der Bank saß Zaragoza, er wurde aus dem Kader gestrichen. Und alles, was bis jetzt passiert ist, nahm seinen Lauf.

Fünf Monate sind seitdem vergangen, oder anders gesagt: 136 Bundesliga-Minuten – und viele frustrierende Momente für den jungen Mann, dessen Kauf inklusive vorgezogener Leihe sich der Rekordmeister rund 17 Millionen Euro hat kosten lassen. An der Situation von Zaragoza aber hat sich auch unter Tuchels Nachfolger Vincent Kompany nichts geändert. „Wenn wir die Außenbahnen sehen, kann es sein, dass Bryan es etwas schwerer haben könnte, viel Spielzeit bei uns zu bekommen“, hatte Max Eberl letzte Woche gesagt und ein Leihgeschäft als beste Option für den Flügelspieler Nummer fünf im Kader in den Raum gestellt. Am Mittwoch fehlte er bereits im Training, die Verhandlungen in seiner Heimat Spanien laufen. Wohl nicht der FC Valencia, sondern CA Osasuna soll den Zuschlag für den einjährigen Deal ohne Kaufoption bekommen.

Was die Bayern sich erhoffen, ist klar. Zaragoza soll sich zu jenem Spieler entwickeln, den Sportdirektor Christoph Freund als Bayern-tauglich eingestuft hat. Der Kauf gilt als Alleingang des 47-Jährigen, er lief weitestgehend an der Scouting-Abteilung vorbei. Und Freund war es auch, der mit Blick auf die Verletzungen von Serge Gnabry und Kingsley Coman darauf pochte, weitere fünf Millionen Euro zu bezahlen, um Zaragoza früher aus Granada loszueisen. Bis 1. Juli war er ausgeliehen, jetzt läuft sein Vertrag bis 2029. So lange, dass es nur hilfreich ist, einen ausgeklügelten Plan für Zaragoza zu entwerfen, der bisher mit München nicht warm geworden ist.

Das ursprüngliche Vorhaben, die durch die vorgezogene Leihe „gewonnenen“ Monate für die sprachliche und kulturelle Eingewöhnung des 1,64 Meter kleinen Flitzers zu nutzen, ist jedenfalls nicht gelungen. Nächster Versuch: 2025.
H. RAIF, P. KESSLER

Artikel 1 von 11