Merci, Paris!

von Redaktion

Begeisternd und bezaubernd: Die Olympischen Spiele haben die Erwartungen übertroffen

Historisch: Lisa Carrington holte ihr achtes Gold und zog mit Birgit Fischer gleich. © Morin/AFP

Geschafft: Judo-Legende Teddy Riner (links in Blau) hat auch in Paris zugeschlagen. © Bureau/AFP

Frankreichs größter Olympia-Held: Schwimmer Leon Marchand. © Guez/AFP, Macdougall/AFP

Jessica von Bredow-Werndl, im Hintergrund: Versailles.

Das spektakulärste Bild dieser Spiele: Der brasilianische Surfer Gabriel Medina feiert eine Welle bei seinem Wettkampf auf der französisch-polynesischen Insel Tahiti. © Brouillet/dpa

Der Eiffelturm und die olympischen Ringe leuchten während der Eröffnungsfeier in Paris. © Bonaventure/dpa

Manchmal reichen auch 2,24 m nicht. Es wurde noch mal ohrenbetäubend laut in der Arena in Bercy, aber Wunderkind Victor Wembanyama und die französischen Basketballer konnten das amerikanische Starensemble im Finale nicht stoppen. Alles wollte dann selbst den Gastgebern der Olympischen Spiele nicht gelingen. Aber Höhenflüge gab es in den vergangenen Wochen auch abseits von Wembanyama genug.

Als Steph Curry die Hoffnungen Frankreichs mit seinem nächsten Dreier versenkte, funkelte sieben Kilometer entfernt noch mal der Eiffelturm. Beim Beachvolleyball-Finale der Herren. Zu Beginn der Spiele hatte ein Bild vom Mond, der sich genau in einen der Ringe schmiegte, für Aufsehen gesorgt. Im Verlauf der Spiele stand die Szenerie der neben dem Eiffelturm untergehenden Sonne, die auf den Beachvolleyball-Court strahlte, stellvertretend für die Magie von Paris 2024. Oh, wie schön kann Sport sein?

„Wenn die ersten Medaillen erst mal vergeben sind, wird sich alles auf den Sport konzentrieren“, hatte Thomas Weikert, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, im Vorfeld unserer Zeitung gesagt. Und er hat Recht behalten. Aus einem Dauerrauschen der Sorgen um ein gespaltenes Land, Terrorgefahr und weltweiten Krise wurde ein Dauerrauschen der Euphorie. Die Spiele wurden in Paris nicht geduldet, sondern geliebt und gefeiert. Die Stadien zu jeder Tageszeit voll, egal ob im Vorlauf beim Kanu oder der nächsten Gold-Show von Léon Marchand.

Spiele für alle

Schon Stunden vor dem Einlass bildeten sich lange Schlangen, Familien standen an, um ihre Idole anzufeuern. Ob Enkelkind oder Opa, die Begeisterung schwappte über. Über die ganze Stadt. Die Spaziergänge durch die Straßen, überall flimmerte Simone Biles, überall flimmerte Noah Lyles, überall flimmerte Olympia. Ob feine Brasserie oder leicht verschmutzter Imbissstand, der damit warb, für vier Euro das beste Hühnchen der Stadt anzubieten. An den Spielen kam man nicht vorbei, und das war auch gut so.

Als bei der Eröffnungsfeier Zinedine Zidane die olympische Fackel an Rafael Nadal übergab und später Céline Dion auf dem Eiffelturm sang, hatte jeder (zumindest jeder, der sich nicht an den bunten Elementen der Show störte) das Gefühl, dass die Olympia-Rückkehr nach Europa etwas auslösen kann. „Es ist besser als in unseren Träumen, wir erleben wirklich etwas Unvergessliches“, sagte der Organisationschef der Spiele, Tony Estanguet. „Wir haben das geschafft, wir hätten nie gedacht, dass wir dazu in der Lage wären“, sagte die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo.

Auch die Sportler äußerten sich begeistert über die Atmosphäre. Da waren die Bilder von Nils Politt, der während des Radrennens mal eben für das kleine Geschäft in einem Café verschwand und anschließend von der Menschenmasse gefeiert wurde, als hätte er die Tour de France gewonnen. Auch die Tribünen am Trocadéro, hier präsentierten die Sportler am Tag nach dem Wettkampf ihre Medaillen, waren immer voll.

Die französische Hauptstadt war zwei Wochen lang die perfekte Bühne für den Weltsport. Und Vorbild für die Nachfolger. Spiele mit Gänsehaut-Garantie. Merci, Paris!
N. SCHMITZ

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